Erstellt am 20. Juli 2016, 05:31

von Maria Prchal

Purkersdorf im Pokémon-Jagdfieber. Der neue Spiele-Hype „Pokémon Go“ macht auch vor dem Wienerwald nicht Halt. Die Handy-App birgt jedoch ihre Gefahren.

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Ein entspannter Spaziergang durch Purkersdorf mit Zwischenstopp im Café — aber plötzlich taucht während des gemütlichen Kaffees ein wildes Magikarp mitten in der Tasse auf. Doch ein Pokéball reicht, und schon ist es geschnappt. Hört sich an wie ein irrer Traum, ist aber der neueste Spieletrend „Pokémon Go“.

Revival der "Taschenmonster"

Vor zwanzig Jahren kam mit Pokémon eine der erfolgreichsten Spieleserien auf den Markt. Nun erleben die Taschenmonster ein Revival – allerdings nicht auf dem Nintendo oder als Kartenspiel, sondern als erste App, die erfolgreich das Prinzip der „augmentend reality“ (erweiterte Realität) umsetzt.

Wie in den originalen Serien kann der Spieler Pokémon fangen, trainieren und gegen andere antreten. Nur diesmal muss er dafür das eigene Wohnzimmer verlassen: „Mit der installierten App sieht man auf seinem Handy eine Straßenkarte, und an irgendeinem Punkt taucht dann ein Pokemon auf. Hier schaltet sich die Handykamera ein, und auf dem Bildschirm wird eine 3D-Version des Pokemon projiziert“, erklärt Medieninformatikstudent Michael Traxler, der mit Kollegen eine ähnliche App programmierte, bei der man verschiedene Stationen in Wien abwandern musste.

Seit wenigen Tagen ist die verifizierte Version von „Pokémon Go“ für alle Betriebssysteme verfügbar, und der Anblick von durch die Straße ziehenden „Pokémon-Trainern“ wird immer normaler. Menschengruppen beim Rathaus oder bei der Postkutsche sind nicht zwangsläufig Touristen, sondern eher Pokémon-Fans. Denn unter anderem dort befinden sich Pokéstops, bei denen neue Eier und Bälle geholt werden können.

Große Ablenkung im Verkehr

Nicht nur Kinder und Jugendliche sind beim Pokémon-Fangen zu beobachten, sondern auch viele ab Mitte zwanzig. „Die Leute, die das vor zehn, zwanzig Jahren gespielt haben, sind jetzt natürlich auch wieder unterwegs“, meint Traxler, dass der Hype nicht nur durch die innovative Technologie, sondern vor allem durch Nostalgie zu erklären sei.

Die Konzentration auf Pikachu, Taubsi und Co. birgt aber auch Gefahren: „Ich befürchte, dass sich die Ablenkung im Straßenverkehr zusätzlich steigert“, warnt St. Pöltens Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler.

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