Erstellt am 16. März 2016, 04:34

von Claudia Stöcklöcker

Trickbetrüger sackte ganz emsig Bares ein. Bulgare erbeutete beim Geldwechseln rund 3.300 Euro. „Das habe ich gelernt“, sagt er im Prozess und muss nun ins Gefängnis.

 |  NOEN, Symbolbild

"Sie haben sich durch den Lebensmittelhandel durchgearbeitet", wettert ein Richter im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Vor ihm sitzt ein 30-jähriger Bulgare, als Geldwechselbetrüger sackte dieser 3.300 Euro ein.

Quer durch Österreich war der Mann mit seiner Masche erfolgreich, 16 Mal schlug er zu, in NÖ in Lebensmittelgeschäften und Trafiken in Purkersdorf, Oberndorf, Scheibbs und St. Pölten. Im Prozess erklärt er seinen miesen Trick. „Ich habe 390 Euro in Zehn-Euro-Scheinen übergeben und gebeten, diese in 100-Euro-Scheine zu wechseln.

Die Kassierinnen haben gesagt, dass zehn Euro fehlen. Das Geld habe ich dann wieder an mich genommen, einen Zehner dazugegeben, die Kassierinnen durcheinandergebracht und mir 20 Zehner behalten. Bekommen habe ich dann 400 Euro“, sagte der Angeklagte. Und weiter: „Das habe ich so gelernt, so hat man mir das beigebracht.“ Nun setzt es ein Jahr teilbedingt, zwei Monate davon muss er hinter Gittern absitzen. „Die Verhängung einer unbedingten Haftstrafe ist spezial- und generalpräventiv notwendig, um diesen Kriminaltourismus einzudämmen“, begründet der Richter. „Mein Mandant nimmt das Urteil an, glücklich ist er damit aber nicht“, sagt der Verteidiger. „Ihn glücklich zu machen ist auch nicht meine Intention“, kontert darob der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.