Erstellt am 24. September 2015, 06:47

Menschen blühen auf. In Zusammenarbeit mit dem Bio-Bauernhof Passet-Jandrasits betreibt der Verein „wert:volles:schaffen“ eine Tagesstruktur für 14 Menschen mit Behinderungen.

Birgit und Joachim Jandrasits suchten für den elterlichen Biobauernhof neue Formen und Möglichkeiten des Wirtschaftens.  |  NOEN, LK NOE/Eva Posch

Am Bio-Bauernhof Passet-Jandrasits wurde ein weiteres Green Care Projekt im Biosphärenpark Wienerwald offiziell von Landesrat Stephan Pernkopf eröffnet. Der Bauernhof umfasst 12 Hektar Grünland.

Seit 1863 befindet sich der Hof in Familienbesitz, mittlerweile in der sechsten Generation. Auf dem Hof leben Pferde, Schafe, Ziegen, Esel, Hofhund Lilly und sechs Katzen. Da der Hof bis vor zehn Jahren auf Milchproduktion ausgerichtet war, gab es zuletzt leerstehende Stallungen und andere unbenutzte landwirtschaftliche Infrastruktur. In Kooperation mit dem anerkannten Sozialträger Wert:Volles:Schaffen wird hier nun künftig eine Tagesstruktur am Bauernhof betrieben, in welcher 14 Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle Beschäftigung finden. Damit sollen neue Wege für eine andere Form des Wirtschaftens und des respektvollen und wertschätzenden Umgangs miteinander aufgezeigt werden.

„Auf der Suche nach neuen Ideen für unseren Hof sind wir auf das Projekt „Green Care - Wo Menschen aufblühen“ der Landwirtschaftskammer gestoßen und waren von dieser sozialen Idee überzeugt. Mit der Tagesstruktur schaffen wir eine Perspektive, nicht nur für die Menschen mit Behinderungen und deren Betreuer, auch wir selbst haben eine neue Perspektive für unseren Hof“, so Joachim Jandrasits, Biobauer am Hof.

Naturnahe Alternative auf dem Bauernhof

„Wir als Sozialträger bieten im Raum Wien eine naturnahe Alternative am Bauernhof für unsere Zielgruppe an und können durch diese Kooperation Synergien optimal nützen“ ergänzt Heilpädagogin Michaela Stab, Obfrau des Vereins Wert:Volles:Schaffen.

„Seit jeher wird auf Niederösterreichs Bauernhöfen der ökosoziale Gedanke gelebt, der mit dem innovativen Projekt „Green Care – Wo Menschen aufblühen“ seit 2011 weiter forciert wird. Das große Interesse von Bauern, aber auch aus anderen Sektoren bestätigt die Zukunftsträchtigkeit dieses Projekts. Green Care kann nicht nur ein zusätzliches Einkommensstandbein für unsere Betriebe bilden, sondern gleichzeitig auch die Lebensqualität in unserem Bundesland weiter verbessern“, so Landesrat Stephan Pernkopf.

„Die Tagesstruktur am Bauernhof‘ ist ein weiteres Vorzeigebeispiel für die Idee, die hinter „Green Care – Wo Menschen aufblühen“ steckt, nämlich die Integration von Menschen mit Behinderungen auf einem Bauernhof, wo sie eine sinnvolle Beschäftigung finden können“, freut sich auch Robert Fitzthum, Obmann des Vereins „Green Care Österreich“ und Direktor der Landwirtschaftskammer Wien. „Das Projekt bildet damit eine ideale Brücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und der Bevölkerung und stärkt der Zusammenhalt im ländlichen Raum“.

Eine Win-win-Situation, die auch Vizepräsident Otto Auer von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich begrüßt. „Der Biohof der Familie Passet-Jandrasits ist das perfekte Beispiel dafür, dass in der Landwirtschaft auch andere Wege möglich sind. Ganz nach unserem Motto ,Vielfalt ist unsere Stärke‘ bietet die niederösterreichische Land- und Forstwirtschaft unterschiedlichste Möglichkeiten, um Betriebe auch in Zukunft weiterführen zu können und den Sozialcharakter, der heutzutage wichtiger ist als je zuvor, einmal mehr in den Mittelpunkt zu stellen“, so Auer.