Purkersdorf

Erstellt am 01. August 2016, 13:07

von Maria Prchal

Starthilfe für die Schule. Die Aktion „Schulstartpaket“ ist im Anlaufen: Das Sozialministerium verteilt mit Hilfe des Roten Kreuzes Unterrichtsmaterialien an Mindestsicherungsbezieher.

Alexandra Stangl betreut das Projekt für die Bezirksstelle Purkersdorf und steht für alle Fragen zur Verfügung. Die Vorbereitungen für dieses Schuljahr sind bereits angelaufen.  |  Unterstützung

 Ein Schulkind bis zum zwölften Lebensjahr kostet den Eltern rund 600 Euro im Monat. Eine Summe, die nicht jeder zur Verfügung hat, schon gar nicht wenn mehr als ein Kind ständig neue Stifte, Bücher oder Jausengeld braucht.
Hier möchte das Sozialministerium zumindest beim Schulstart den Familien unter die Arme greifen.

Wer die bedarfsorientierte Mindestsicherung bezieht und schulpflichtige Kinder hat, bekommt ein „Schulstartpaket“ zur Verfügung gestellt. Ab Mitte Juli flattert ein Brief mit allen Informationen zur Vorgehensweise und einem Antrag automatisch in die betroffenen Haushalte.

„Jede Familie kann damit dann zu mir kommen können“, erzählt Alexandra Stangl vom Roten Kreuz, die das Projekt in Purkersdorf koordiniert. Die Aktion „Schulstartpaket“ wird nämlich seit ihrem Start vor zwei Jahren und mindestens bis 2017 in Kooperation mit dem Roten Kreuz durchgeführt.


Letztes Jahr wurde an 16 Familien verteilt


Stangl erklärt den Ablauf: „Die Kinder können sich eines von elf Paketen aussuchen und zusammenstellen. Wir bestellten sie dann und können sie übergeben.“ Die unterschiedlichen Pakete wären eigentlich an verschiedene Schulstufen angepasst, aber die Kinder hätten prinzipiell freie Auswahl.

Die Möglichkeit, neue Utensilien zu bekommen, besteht für jedes schulpflichtige Kind jedes Jahr aufs neue, solange die Familie eben Mindestsicherung bezieht.

„Es gibt Rucksäcke, Taschenrechner, Stifte oder Zirkel. Aber alles sehr hochwertig“, betont Stangl, dass dies auch ein Mitgrund sei, dass keine Schecks oder Ähnliches vergeben werden, „wir wollen wirklich qualitative und gute Materialien garantieren und außerdem schauen, dass das Geld wirklich den Kindern zu Gute kommt.“

Pakete können bis Mitte September beantragt werden


Generell können die Pakete ab jetzt bis Mitte September beantragt werden, aber natürlich könne man mit driftigem Grund nachher auch noch etwas machen. „Wer sich bei mir meldet oder etwas braucht, dem wird selbstverständlich geholfen“, möchte Stangl, dass jeder, dem der Service zusteht, ihn auch nutzt.

Letztes Jahr haben sich zwar 16 Familien die Schulstartpakete geholt, Stangl meint aber, dass das sicher nur die Hälfte waren: „Es sind ja keine Almosen und es ist schön, wenn die Hilfe angenommen wird.“

In Purkersdorf gibt es generell wenig Mindestsicherungsbezieher und aufgrund gesellschaftlicher Stigmatisierung noch weniger, die zusätzliche Unterstützungen nutzen. Für alle Interessierten gibt es auch Sprechstunden immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr in der Bezirksstelle.

Pakete stehen auch Flüchtlingen zu

Natürlich stehen die Pakete auch mindestsicherungsbeziehenden Flüchtlingsfamilien zu und Stangl hofft, dass auch diese heuer kommen werden. „Es tut mir ja leid, wenn sich jemand die Pakete nicht holt, auch für die Kinder. Sie sollen ja den Schulstart erleichtern und ihn vielleicht ein bisschen schmackhaft machen.“

Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, schließt sich dem an: „Wir wissen, dass gerade Familien mit schulpflichtigen Kindern jeden Euro umdrehen müssen und sind froh, hier unterstützen zu können.“