Purkersdorf

Erstellt am 06. Dezember 2017, 05:41

von Martin Gruber-Dorninger

Heiße Debatte um mehr Platz für Volksschule. Gemeinderat beschloss Auftrag für Machbarkeitsstudie. Vergrößerung des Horts in Aussicht gestellt.

   |  NÖN

Im kommenden Schuljahr wird Purkersdorf eine Spitze erreichen, was die Volksschulkinder betrifft. Es wird eine weitere Klasse nötig sein und dafür wird Platz gebraucht. Dies wurde in der letzten Sitzung des Gemeinderates ausgiebig diskutiert.

Die Opposition, vor allem ÖVP und NEOS, kritisierten fehlende Weitsicht der Stadtgemeinde. „Es gab 2012 bereits eine Bedarfserhebung, die eindeutig hervorbrachte, dass 2018 mehr Platz benötigt wird. Warum handelt man erst jetzt?“, fragte Andreas Kirnberger (ÖVP) in Richtung „Regierungsbank“.

„Es gab 2012 eine Bedarfserhebung, die hervorbrachte, dass 2018 mehr Platz benötigt wird. Warum handelt man erst jetzt?“ Andreas Kirnberger (ÖVP)

Christoph Angerer von den NEOS sieht gerade beim Thema Volksschule die Prioritäten des Stadtbudgets falsch gewählt. „Purkersdorf hat einen bedauerlich hohen Schuldenstand. Trotzdem werden nächstes Jahr fast drei Millionen Euro für den Bau von Badekabinen und Badebuffet ausgegeben. Da wird Geld an der falschen Stelle investiert“, würde sich Angerer stattdessen Investitionen in die Volksschule wünschen. Darunter ein Bewegungsraum und ein Speisesaal für die Kinder und Lehrer der Volksschule.

Diese Wünsche gingen den Stadträten rund um Vizebürgermeister Christian Matzka dann doch zu weit. „Die Bundesregierung beschließt laufend Änderungen, die das Schulwesen betreffen. Eine Gemeinde kann nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf reagieren“, so Matzka, der der Forderung nach einem Speisesaal nichts abgewinnen konnte, da die Kinder ohnehin zu Mittag nach Hause gingen.

„Was wir in den letzten Jahrzehnten in den Schulstandort Purkersdorf investiert haben, sucht bei den ÖVP-Gemeinden in der Nachbarschaft seinesgleichen

Bürgermeister Karl Schlögl zeigte sich überhaupt von der Kritik der Opposition entrüstet: „Was wir in den letzten Jahrzehnten in den Schulstandort Purkersdorf investiert haben, sucht bei den ÖVP-Gemeinden in der Nachbarschaft seinesgleichen. Eine Kritik, dass wir zu wenig machen würden, kann ich nicht gelten lassen. Wir haben eine Lösung parat.“ Dennoch blieb das Problem des drohenden Platzmangels im kommenden Schuljahr. Eine Studie wurde nun in Auftrag gegeben, die sich dessen annehmen soll – dies wurde im Gemeinderat auch mehrheitlich beschlossen.

Schulcluster könnte Lösung bringen

Aus dieser Studie soll hervorgehen, wie ein sogenannter „Schulcluster“ funktionieren könnte. Die Sonderschule, Volksschule und Mittelschule könnten Ressourcen gemeinsam nutzen. „Wir werden trotz der steigenden Schülerzahlen kein Platzproblem bekommen“, verspricht Schlögl. Beim Kinderhort hingegen ortet selbst der Stadtchef Probleme. „Derzeit sind die Hortgruppen an drei Standorten in Purkersdorf verteilt. Daran müssen wir wirklich arbeiten. Es ist sogar eine Erweiterung des Hortgebäudes möglich“, sagt Schlögl.

Diese Maßnahmen goutiert Angerer: „Gut, dass der Gemeinderat das Problem, spät aber doch, erkannt hat. Es wäre schade, wenn der gute Ruf des Schulstandortes durch mangelnde Weitsicht aufs Spiel gesetzt würde.“ Der NEOS-Mandatar forderte eine Verschiebung der Errichtung der Luxus-Badekabinen und stattdessen eine Investition in die Bildungseinrichtung.