Erstellt am 12. Januar 2016, 04:13

von Gabi Gröbl

Vollblutmusiker Vasicek: „Habe Melodien genutzt“. Der Gablitzer Tom Vasicek bringt schojn seit Jahren Musik in die Gemeinde. Mit der NÖN spricht er über ein Riesenprojekt im Stephansdom und seine Liebe zu Rock’n’ Roll.

Der Gablitzer Musiker Tom Vasicek hält stolz eine CD in der Hand. Darauf aufgenommen die Deutsche Messe von Franz Schubert, gespielt im Wiener Stephansdom. Foto: Gröbl  |  NOEN, Gabi Gröbl

Wenn sich der Gablitzer Musiker Tom Vasicek ans Klavier setzt entstehen beim Improvisieren Ideen, die sich hören lassen können. Bei seinem neuen Projekt „Variationen zwischen Himmel und Erde“ dreht sich alles um die Deutsche Messe von Franz Schubert. Bei einer Aufführung im Wiener Stephansdom entstand eine CD.

NÖN: Warum haben sie sich für die Deutsche Messe von Franz Schubert entschieden?

Tom Vasicek: Weil mich die Melodien fasziniert haben und es die erste Messe war, die in deutscher Sprache geschrieben wurde, alle Menschen konnten die Sprache verstehen. Davor war alles in Latein.

Was inspirierte Sie zu den Variationen zwischen Himmel und Erde?
Die Messe an sich, und die Idee die Messe auch heute für alle Menschen interessant zu machen, auch für nicht religiöse Leute.

Wie viel haben Sie an der Messe verändert?
Ich habe die Melodien von Franz Schubert genutzt und sie modern bearbeitet. Die schubertschen Themen habe ich belassen und in den Variationen mit den heutigen Möglichkeiten der Melodik und modernen Rhythmen bearbeitet.

Das Projekt wurde sehr groß ...
Ja, es war der Chor des Polgargymnasiums, das Klagenfurter Bachmanngymnasium, ein Kammer-Ensemble mit fünf Musikern, der Gablitzer Kinderchor meiner Tochter Caroline mit meiner Enkelin Marvie, als Solisten fungierten Boris Pfeifer, Gabriele Rösel, Magdalena Fibich und Reinwald Kranner. Die Musikalische Leitung hat Bernd Leichtfried übernommen.

„Das englische Wort Rock heißt auf tschechisch
Krabbe. Also haben wir einen Text geschrieben,
wo mich eine Krabbe ins Bein beißt.“
Tom Vasicek, Musiker

Wie lange machen Sie Musik?
Angefangen hat alles in der ehemaligen Tschechoslowakei, dort hatte ich die erste Rock’n’Roll Band in Prag. Wir haben unter anderem Texte von Elvis Presley übersetzt. Aber in unseren Worten, den Jailhouse Rock, zum Beispiel. Das englische Wort Rock würde auf Tschechisch Krabbe heißen. Also haben wir einen Text geschrieben, wo mich eine Krabbe ins Bein beißt. In Österreich habe ich die deutsche Erstaufführung des Musicals „Joseph“ von Andrew Lloyd Webber initiiert und in Gablitz auf die Bühne gebracht. Viele Lieder, Kompositionen und Texte liegen da dazwischen.

Wie sieht es mit Ihren Kompositionen aus?
Ich habe viel komponiert, auch die Gablitzer Suite. Für meine Kinder Caroline und Martin habe ich Kinderlieder geschrieben, die Caroline auf der CD „Ich träum von einer Kinderwelt“ etwa 30 Jahre danach veröffentlicht hat.

Was steht als nächstes auf ihrem Programm?
Ich möchte bei den großen Formen bleiben. Vielleicht schreibe ich jetzt Variationen auf meine eigenen Themen.


Steckbrief:

  • Name: Tom Vasicek

  • Geboren: 22. 12. 1941 in Prag

  • Beruf: Nachrichtentechniker

  • Musik: seit dem fünften Lebensjahr Klavier, Studium am Konservatorium Prag in den Fächern Komposition, Gesang und Klavier. Gitarre und andere Instrumente selbst beigebracht.

  • Größter musikalischer Erfolg: Prager Rock’n’Roll Band „Sputnici“ mit Ehefrau Tatjana in Prag. Später die Gablitzer Shows, Erstaufführung des Musicals „Joseph“ in deutscher Sprache in der Gemeinde Gablitz.