Erstellt am 27. April 2016, 15:04

von Martin Gruber-Dorninger und Marlene Trenker

"Vorgehensweise stört". Kinderärztin Christa Levin-Leitner legt ihren Vertrag mit der Gebietkrankenkasse zurück und ist ab 1. Oktober Wahlärztin.

Kinderärztin Christa Levin-Leitner ist künftig als Wahlärztin tätig.  |  NOEN, Fotograf Photo Simonis Wien
In Niederösterreich sind 15 von 19 Kassenarztstellen noch offen.Der Grund dafür ist ein Mangel an Bewerbern. In Purkersdorf steht jene Stelle von Kinderärztin Christa Levin-Leitner zur Disposition. Die Nachfolge soll sich bis 3. Mai entscheiden.

„Wir haben mehrere Bewerber für diesen Kassenplatz in Purkersdorf“, ist Bürgermeister Karl Schlögl sicher, dass die Stelle bald wieder besetzt sein wird.

"Die Vorgehensweise stört mich hier sehr“

Die langjährige und hochverdiente Kinderärztin Christa Levin-Leitner ist seit 15 Jahren aktiv. Nun legt sie mit 30. September ihren Kassenvertrag zurück. Levin-Leitner begründet die Entscheidung so: „Die heurige Grippe-Saison war sehr hart. Wir sind an die Grenzen der Belastbarkeit geraten. Ich habe generell 70 bis 100 Patienten pro Tag und wird arbeiten sehr hart.“ Die Motivation zur Aufgabe ihres Kassenvertrages hat ein ganz bestimmtes Ereignis ausgelöst: „In diesen schwierigen Zeiten schickte die Gebietskrankenkasse ein Kontrollorgan. Die Vorgehensweise stört mich hier sehr“, ärgert sich Levin-Leitner und ergänzt: „Wir bemühen uns sehr, gute Arbeit zu leisten. Die Patienten sind uns wichtig. Sie werden in Purkersdorf jedoch durch den starken Zuzug immer mehr und das macht es nicht einfacher.“

Ans Aufhören denkt sie aber noch langen nicht: „Ich liebe meinen Beruf und möchte noch länger weiter arbeiten.“ Christa Levin-Leitner steht ab 1. Oktober als Wahlärztin der Gebietskrankenkasse zur Verfügung. Für Patienten bei kleinen Kassen ändert sich nichts.