Erstellt am 08. August 2016, 12:44

von Claudia Stöcklöcker

Putzfrau staubte bei Pensionisten Bares ab. Zugelangt: Putzfrau fand Erspartes in einer Tasche und griff zu. „Habe Geld für Nachhilfestunden gebraucht“, sagt sie vor Richterin.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

„Es war die Perle, die bei uns geputzt hat. Sie hat uns unser Geld gestohlen“, wettert eine Pensionistin aus dem Bezirk Wien Umgebung im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Auf der Anklagebank sitzt deren ehemalige Putzfrau. 7.000 Euro sackte diese bei dem Opfer ein.

In einer Tasche auf einer Kredenz in der Küche verwahrten die Pensionistin und ihr Ehemann ihr gesamtes Erspartes. „In die Tasche haben wir jedes Monat einen Tausender gegeben, da waren insgesamt 53.000 Euro drinnen. Plötzlich ist das Geld immer weniger geworden“, erzählt das Opfer weiter.


Videokamera entlarvt die Diebin


Eine Videoüberwachung brachte es schließlich ans Tageslicht, die Putzfrau (49) wurde als diebische Elster überführt.

Vor der Richterin bedauert die 49-Jährige zutiefst. „Ich schäme mich sehr. Nie davor habe ich jemals ans Stehlen gedacht. Aber damals war ich so verzweifelt“, sagt sie. Und setzt dann fort: „Beim Putzen habe ich die Tasche gesehen und hineingeschaut, da war so viel Geld drinnen und ich war damals verzweifelt. Mein Mann hatte sich gerade von mir getrennt, und ich habe Geld für Nachhilfestunden für unsere Tochter gebraucht.“

„Das ist ein großer Vertrauensbruch, sehr verwerflich“, meint die Richterin ob der Aktion der Angeklagten. Und sagt weiter: „Eine finanzielle Notlage rechtfertigt es nicht, eine Vertrauensstellung so auszunutzen.“

Für die 49-Jährige setzt es wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls sechs Monate bedingt. Den Schaden muss sie gutmachen und 4.000 Euro Wertersatzverfall an den Staat berappen. Die Verteidigung legte Berufung ein, daher ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.