Erstellt am 20. April 2016, 06:04

von Maria Prchal und Martin Gruber-Dorninger

Wienerwald ist Risikogebiet. Impfaktionen werden weniger besucht. Milder Winter führt bei den Parasiten zu hoher Aktivität.

 |  NOEN, sergei telegin/Shutterstock.com
Der Frühling hält Einzug und die Natur blüht auf. Das heißt aber auch, dass unangenehme Krabbeltiere wieder Saison haben. Der unbeliebteste Zeitgenosse ist hier wahrscheinlich der Zeck, der nicht nur Hund und Katze plagt, sondern auch den Menschen.

Vor den häufigst übertragenen Krankheiten wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) gilt es sich deshalb besonders in acht zu nehmen und sich davor zu schützen. Die Impfmoral der Bevölkerung scheint aber in letzter Zeit abzunehmen. Die NÖN sprach mit Experten.

Friedrich Holzinger, Forstbeauftragter im Revier Stadl-hütte weiß: „Als Förster bin ich sehr viel in der Natur unterwegs und komme daher öfter mit Zecken in Berührung. Um mich zu schützen, bin ich gegen FSME geimpft und versuche bei Wald und Wiesenbegehungen möglichst wenig Haut zu zeigen.“

Beste Vorkehrung ist die Selbstuntersuchung

Auch seine beiden Jagdhunde seien mit einem Zeckenmittel geschützt. Nach Waldbegehungen sei es sicher förderlich, zu duschen und aktiv nach Zecken zu suchen, an sich selbst und auch an den Kindern und an Haustieren.

Dennoch ist in letzter Zeit ein Rückgang bei der Impfmoral bei der Bevölkerung des Bezirks Wien-Umgebung festzustellen. Amtsarzt Richard Zotlöterer bilanziert dies, nach der großen Impfaktion in der Bezirkshauptmannschaft. „Ein Rückgang ist in den letzten Jahren schon zu bemerken. Über die Ursachen kann ich aber nichts sagen“, so Zotlöterer.

Der Wienerwald zählt zu den Risikoregionen in Österreich, noch dazu kommt der milde Winter. „Dadurch ist bereits eine erhöhte Aktivität bei den Zecken festzustellen“, erklärt der Amtsarzt. Gewissenhaft lässt sich jedenfalls Bezirkshauptmann Andreas Strobl impfen. „Ich bin im nördlichen Wienerwald am Bisamberg aufgewachsen, ein Gebiet mit hoher Zeckendichte. Seit ich ein kleines Kind bin, werde ich regelmäßig gegen FSME geimpft“, erklärt Strobl.

Vor allem für Kinder ist eine Impfung nämlich anzuraten. Einerseits, weil sie oft mehr in der Natur unterwegs sind, andererseits, weil eine Meningitis bei ihnen weit schwerwiegender verlaufen kann.

Keine Impfungen in den Volksschulen

Obwohl sich die Volksschulen in der Region Purkersdorf über die Wichtigkeit einer FSME-Impfung einig sind, wird in Gablitz und Purkersdorf keine angeboten, „da gerade für Kinder im Volksschulalter der Beistand einer Vertrauensperson sehr wichtig ist“, so Anna Diasek von der VS Purkersdorf.

Es besteht aber die Möglichkeit, sich in der Gemeinde oder bei der Außenstelle der Bezirkshauptmanschaft impfen zu lassen.



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