Die Quoten von „Frisch gekocht mit Andi und Alex“ seien überaus zufrieden stellend, meint Andreas Wojta, der seit 2008 mit Freund und Kollegen Alexander Fankhauser jeden Werktag im ORF aufkocht. Über 250.000 Zuschauer bedeuten einen Marktanteil von 28 Prozent. Und was ist das Geheimnis der beiden? „Wir bieten solide, ganz normale, bodenständige Gerichte, die leicht zu erklären und leicht nachzuvollziehen sind. Natürlich muss man auch hin und wieder ein Schmankerl bringen, aber nicht immer. Wenn immer alle zufrieden sind, dann stimmt ja auch etwas nicht.“ Aber das allein ist es immer noch nicht, meint Andi, die eine Hälfte des erfolgreichen Duos.
„Wir wollen alles mit viel Spaß und Freude ’rüberbringen, sonst schaut uns ja keiner zu. Die Leute wissen, dass wir so sind, wie wir sind, gute Freunde und keine A...löcher. Freunde nur zu spielen, damit kann man sich zweieinhalb Jahre nicht drüberretten. Und diese Freude und Freundschaft macht die Leute glücklich, auch wenn sie vielleicht mit einem der Gerichte nichts anfangen können. Da kann es schon passieren, dass mir eine Dame sagt: Ich weiß zwar nicht mehr, was sie gekocht haben, aber wir haben uns köstlich amüsiert. Seit Ihrer Sendung weiß mein Mann endlich, wo die Küche ist.“
Der Wiener redet dauernd, der Tiroler gar nichts Erfunden hat das Duo der Filmproduzent Purzel Klingohr. „Der Wiener redet dauernd, hat er gesagt, der Tiroler gar nichts. Die beiden passen zusammen. Ich meine“, sagt Andi Wojta, „nachher hat‘s jeder gewusst, aber zusammengespannt und erfunden hat er uns.“ Andi und Alex haben einen Zivilberuf; während Fankhauser in Tirol ein Haubenrestaurant leitet, betreut Wojta die Kantine des Unterrichtsministeriums, das so genannte Minoritenstüberl. Für ihn ist diese Arbeit auch Erdung gegen die Gefahr, durch den Starruhm als Fernsehkoch abzuheben.
„Die Erdung beginnt bei mir während der Woche jeden Tag um 4.15 Uhr früh, wenn der Wecker klingelt und meine Frau mit dem Polster wirft, damit er nicht zu lange läutet. Dann muss ich mich beeilen, um rechtzeitig ins Metro zu kommen. Denn sonst bekomme ich keine frischen Lebensmittel mehr, Fernsehkoch hin oder her.“ Beim Mittagstisch im Minoritenstüberl, den auch Bundesministerin Claudia Schmied gerne besucht, gibt es nur wenige, aber dafür ausnahmslos frisch zubereitete Gerichte wie Back- und Brathendl, Beuschel, Rindsrouladen und gefüllte Paprika. „Ich fange jeden Tag mit siebzehn Gerichten an. Und wenn eines aus ist, dann ist es eben aus. So gegen halb zwei ist dann alles leer gegessen und dann setz’ ich mich mit einem Kaffee hin, freu’ mich, dass ich noch lebe, und entschuldige mich bei allen, die jetzt noch kommen, dass schon alles aus ist.“
Warum ist die Basilikum-Schaumsuppe so grün? Telefonisch ist er im Minoritenstüberl nicht erreichbar. „Früher war das anders, aber dann sind immer mehr Anrufe gekommen, die Rezepte wissen wollten oder warum meine Basilikum-Schaumsuppe so grün ist. Das ist einfach nicht mehr gegangen, denn ich muss ja auch die Gäste im Minoritenstüberl bedienen; und unhöflich will ich auf gar keinen Fall sein. Wenn man im Fernsehen arbeitet, muss man doppelt so freundlich sein, sonst sagen die Leute ja gleich: Kaum ist er im Fernsehen, schon ist er ein überheblicher Pimpf.“
Dass Wojta nicht überheblich ist, beweist schon sein beruflicher Werdegang. Immerhin war er sich als Mitarbeiter von Eckehart Witzigmann im Münchener Aubergine nicht zu gut, die von seiner Mutter betriebene Kantine im Unterrichtsministerium zu übernehmen. „Das war wie der Abstieg von Real Madrid zu Grammatneusiedl.“ Drehtage für die ORF-Kochshow sind immer Montag und Dienstag; da sperrt Alexander Fankhauser sein Restaurant und kommt nach Wien. Wenn Wojta sein Minoritenstüberl sperrt, kann es dann in Klingohrs Filmstudios losgehen. „Da hat mein Tag dann 22 Stunden.“
Dass Wojta ein guter Koch ist, hat schon Franz Zodl, Direktor der Gastgewerblichen Fachschule erkannt: „Er hat zu den Lehrern über mich gesagt: Was wollt’ ihr? Er kann nicht Französisch, er kann nicht rechnen, aber er kann kochen. Und was sind wir – genau, eine Kochschule sind wir.“ Die Parodien von Stermann & Grissemann in „Willkommen Österreich“ machen ihm keinen Kummer. „Ich kann darüber lachen. Vor allem: Wir haben nach einer Parodie gleich 65.000 Zuschauer mehr. Und was der Quote gut tut, kann ja nicht schaden!
FOTOS: FRANZ GLEISS
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