KREUZFAHRT / Die neue „Oasis of the Seas“ ist das größte und teuerste Kreuzfahrtschiff der Welt – eine schwimmende Stadt für mehr als 8400 Menschen.
VON WOLFGANG TROPF
Mehr als drei Jahre lang – seit Juni 2006 – durfte sich die „Freedom of the Seas“ als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt feiern lassen: 338 Meter lang, 72 Meter hoch, mit Platz für 4370 Passagiere und 1350 Besatzungsmitglieder. 2007 und 2008 folgten die baugleichen „Liberty of the Seas“ und „Independence of the Seas“, aber der amerikanischen Reederei Royal Caribbean war das noch immer nicht groß und extravagant genug. Um stolze 1,4 Milliarden US-Dollar ließ sie im finnischen Turku in drei Jahren Bauzeit einen Ozeanriesen konstruieren, der alles in den Schatten stellen sollte.
Das Ergebnis: Mit 225.000 Bruttoregistertonnen ist die „Oasis of the Seas“ gleich um 40 Prozent größer ausgefallen als die „Freedom“. Das ergibt Platz für bis zu 6296 Passagiere und 2160 Crew-Mitglieder – ingesamt mehr als 8400 Menschen. Vergangene Woche brach der neue Luxusliner zu seiner Jungfernfahrt in die Karibik auf, wo er auch in den nächsten Jahren von Fort Lauderdale aus auf einwöchigen Kreuzfahrten unterwegs sein wird – meist nach St. Thomas, St. Maarten und Nassau auf den Bahamas. Aber das eigentliche Ziel ist ohnedies das Schiff selbst. Denn die „Oasis“ will nicht nur ein schwimmendes Hotel sein, sondern ein Erlebnispark auf hoher See, ganz im amerikanischen Stil.
Eislaufen, Wellenreiten und Pool mit Sandstrand „Wir bauen das Unglaubliche“, lautete daher auch der Leitsatz der Reederei – und so kann man durch einen Park mit bis zu acht Meter hohen Bäumen wandeln, in einem Pool mit Sandstrand baden, Broadway-Musicals genießen, mit einer Seilbahn in schwindelerregender Höhe über das Schiff schweben, Eislaufen, Kletterwände erklimmen, auf einer künstlichen Welle surfen und unter 37 Restaurants, Bars und Cafes wählen. Von den 2706 Kabinen, die sich auf 16 Decks verteilen, verfügen nicht weniger als 1956 über einen privaten Balkon. Eine völlig neue Idee auf Kreuzfahrtschiffen stellen die 28 exklusiven Lofts dar, die sich über zwei Stockwerke erstrecken und durch eine Glasfront einen fantastischen Blick auf das Meer bieten. Die 141 Quadratmeter große „Royal Loft Suite“ ist zusätzlich mit einem Whirlpool, einer Bibliothek und einem Klavier ausgestattet.
Acht Meter hohe Bäume in einem Park auf See Um die Orientierung zu erleichtern, hat Royal Caribbean das Schiff in sieben „Erlebniswelten“ aufgeteilt. Die außergewöhnlichste Neuerung bildet dabei der zwei Fußballfelder große und zum Himmel hin offene „Central Park“ in der Schiffsmitte – ein Stadtpark mit 12.000 echten Pflanzen und 56 bis zu acht Meter hohen Bäumen, in dem Bars, Restaurants und Cafes mit Tischen im Freien das Flair eines mediterranen Hafenstädtchens vermitteln sollen.
Der „Entertainment Place“ ist hingegen einem großstädtischen Ausgehviertel nachempfunden. Die Qual der Wahl reicht vom „Opal Theater mit 1350 Sitzplätzen über eine Comedy-Bühne, einen Jazzclub im Stil der 20er-Jahre, einen Nachtclub, eine Tanz-Lounge, ein Theater mit Eisfläche und ein Casino im Stil der Côte d’Azur bis zum Hauptrestaurant, in dem bis zu 3056 Menschen gleichzeitig speisen können. Der „Boardwalk“ will wiederum an die Jahrmarkt-Atmosphäre der Piers an der englischen Küste erinnern und endet am Heck des Schiffes mit dem „AquaTheater“ – einem offenen Amphitheater mit 735 Sitzplätzen rund um den größten (103,62 m²) und tiefsten (5,4 m) Frischwasserpool auf See, der tagsüber den Gästen zur Verfügung steht und abends für Shows genutzt wird.
In unmittelbarer Nähe befinden sich die beiden Kletterwände, und wer will, kann mit einer als „ZipLine“ bezeichneten Seilbahn an einem Stahlseil hängend sieben Decks über dem „Boardwalk“ schweben oder auf einem der zwei „FlowRider“ das Wellenreiten versuchen. Diese Simulatoren erzeugen mit mehr als 113 Kubikmetern Wasser pro Minute eine Welle, die sich wie ein dünner Teppich auf einem speziellen Untergrund ergießt. Natürlich bietet das größte Kreuzfahrtschiff der Welt auch ein riesiges Spa- und Fitness-Center, eine „Youth Zone“ für Kinder und Jugendliche und eine Shopping- und Flaniermeile („Royal Promenade“). Familien sollen sich in der „H2O-Zone“ mit Springbrunnen, Wasserkanonen, Kinderbecken, Gegenstromanlagen und einem Pool mit Sandstrand wohl fühlen, während die vier Whirlpools, die in 45 Meter Höhe über den Schiffsrand hinausragen, den Erwachsenen vorbehalten bleiben.
Ein „Stück Waldviertel“ ist übrigens auch an Bord der „Oasis“: Die Sofa- und Sesselbezüge, Bettdecken, Vorhänge und Gardinen in den Kabinen stammen von der Firma Baumann Dekor aus Gmünd, die schon viele Luxusliner mit ihren edlen Stoffen ausgestattet hat und dies auch beim nächsten Schiff von Royal Caribbean tun wird. Denn bereits im Dezember 2010 folgt mit der „Allure of the Seas“ ein baugleiches Schwesterschiff der „Oasis“ … www.royalcaribbean.com
„OASIS OF THE SEA“ • Angebot l: Eine einwöchige Karibik-Kreuzfahrt auf der „Oasis of the Seas“ ist bei Caravelle Seereisen bereits ab 789 Euro in der Innenkabine und ab 1048 Euro in der Außenkabine mit Balkon buchbar (inklusive Vollpension, Trinkgelder, Hafentaxen). Termine: 6. - 13. Februar 2010, 27. Februar - 6. März 2010 und 6. - 13. März 2010. Route: Fort Lauderdale (Florida) - St. Thomas - St. Maarten - Nassau (Bahamas) - Fort Lauderdale. • Angebot ll: Von 14. bis 23. Mai 2010 bietet Caravelle Seereisen ein Package mit Flug und einwöchiger Kreuzfahrt ab 1815 Euro in der Innenkabine und ab 1995 Euro in der Außenkabine mit Balkon (inkl. Vollpension auf der Kreuzfahrt, Trinkgelder, Hafentaxen, 1 Übernachtung in Florida, Transfers). Route: Fort Lauderdale - Labadee (Privatinsel), Costa Maya (Mexiko) - Cozumel (Mexiko) - Fort Lauderdale. • Infos: in jedem guten Reisebüro oder direkt bei Caravelle Seereisen (01/7132270, www.caravelle.at)
Dieses Forum ist für jedermann zugänglich, daher bitten wir Sie, die Netiquette einzuhalten.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beiträge sowie Beiträge,
die dem Ansehen des Mediums schaden, und behält sich vor, diese zu löschen, sowie nötigenfalls den Account
zu sperren.
Sie als Verfasser haften für sämtliche von Ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch
gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Beachten Sie daher bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung
im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches
(Üble Nachrede, Ehrenbeleidigung etc.) und des Verbotsgesetzes, unterliegt.
Die Redaktion behält sich vor, strafrechtlich relevante Tatbestände gegebenenfalls den zuständigen Behörden zur Kenntnis zu bringen.