Erstellt am 21. April 2016, 06:54

von Michaela Fleck-Regenfelder

blühen. jetzt in den Mostviertler Kellern wartet.

Im Obstgarten blühen die Birnbäume, am Jausentisch warten die Mostgläser: Am 24. April starten die Mostviertler Obstbauern in die heurige Saison.  |  NOEN, WeinFranz

„Wuchtig, breit und vollmundig“ –  so schmeckt der Jahrgang 2015. Nicht vom Wein, vom Most. Genauer: vom Mostviertler Most. „Der ist jetzt fertig und wartet im Keller“, erklärt Bernhard Datzberger. Und: „Der ist weit, weit besser als 2014!“

Wie der Jahrgang 2016 wird? „Wie Gott will“, lacht der Mostmacher aus Pittersberg. Die Blüten jedenfalls „schauen sehr gut aus“. Denn: Nach den (Wachauer) Marillen, die schon wieder verblüht sind, sind jetzt die (Mostviertler) Birnen dran.

Die ersten sind vergangene Woche aufgesprungen, die Vollblüte sollte noch bis zum Wochenende halten. „Hoffentlich“, meint Bernhard Datzberger. Denn dieses Wochenende, genauer: diesen Sonntag wird in Europas größtem, geschlossenen Birnbaumgebiet (von den über 300.000 Mostobstbäumen sind „90 Prozent“ Birnen) gefeiert. Beim Seppelbauer, wie der Hof von Bernhard Datzberger heißt, beim Distelberger, beim Pihringer, beim Farthofer, beim Angerbauer, beim Zeilinger und bei allen anderen, die rund um die 200 Kilometer lange Moststraße Most machen.

Sie alle stellen die Tische in die Wiese und holen den Most aus dem Keller. Wobei der vor kurzem nicht nur eine staatliche Prüfnummer, sondern auch ein Qualitätssiegel bekommen hat. Zumindest der sogenannte Baronmost, den die Mostviertler Mostbarone jeweils ausschließlich aus dem eigenen Obstgarten und dem eigenen Keller produzieren.

Der Gourmetmost, der vergangene Woche im Mostbaronstüberl der Neuhofner Kothmühle vorgestellt wurde, ist dagegen ein Gemeinschaftsprodukt. Von sechs bis sieben Mostbaronen und aus insgesamt vier Birnsorten: Stieglbirne, Speckbirne, Dorschbirne und grüne Pichlbirne. Brous, Preh und Exibatur heißen die daraus produzierten Gourmetmoste. Und die lassen sich durchaus mit „Steinfeder, Federspiel und Smaragd“ vergleichen, meint Bernhard Datzberger. Nur: „Wir steuern mit der Säure“. Die Birnen kämen schließlich auch „erst dann herunter, wenn sie wollen“!


Die Termine zum Tag des Mostes am 24. April

Moststraßenrallye: Verkostungen, Hausgemachtes, Frühschoppen und Jazzbrunch beim Mostbauernhof Distelberger, bei Seppelbauers Obstparadies, Pihringers Most stub’n und beim Mostbaron Hauer in Hauersdorf. Wer alle vier besucht, bekommt eine Flasche Most oder Saft als Belohnung!

Familienwandertag: Zehn Kilometer mit vier Labstationen, Start: 8.30 Uhr, Feuerwehrhaus St. Michael am Bruckbach

Mostelleria: Freiluft-Lounge am Öhlinger Hauptplatz mit Liegestühlen, Bar und Mostschaumsuppe.

Signierstunden: Schauspielerin und Mostviertlerin Katrin Lux präsentiert ihr gerade erschienenes Mostviertel-Buch „Mild & Wild“ (um 11 Uhr beim Seppelbauer und um 14.30 Uhr vor der Mostelleria).

  www.mostviertel.at/der-tag-des-mostes-2016