Erstellt am 10. November 2015, 07:47

von Christine Haiderer

Hochprozentiges im Glas. Im Herbst hat das Schnapsbrennen Hochsaison. Und das wird gefeiert. Vor allem im Mostviertel.

In die Welt der Mostviertler Schnäpse eintauchen kann man zum Beispiel rund um den 14. November, wenn »die Moststraße brennt«.  |  NOEN, Franz Weingartner

Im Mostviertel wird schon lange gebrannt. „Das Schnapsbrennen geht auf Maria Theresia zurück“, so Karl Hauer aus Hauersdorf bei Stift Ardagger. „Sie gab Grund- und Obstbaumbesitzern das Recht, Schnaps zu brennen. „Zur Gesundung von Tier und Mensch.“

Dabei wurden schon damals in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Schnäpse gebrannt. Im Mostviertel Fruchtbrände. Zum Beispiel Apfel und Birne. Im Wald- und Mühlviertel überwiegend Korn, also Getreidebrand. Und in den Gebirgsregionen Tirols wurde Schnaps aus Krautrüben hergestellt, verrät Hauer.

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Gebrannt wird aber immer noch. Seit 20 Jahren auf edlere Art und Weise. Sortenreine Birnen- oder Apfelbrände zum Beispiel. Wobei die regionalen Spezialitäten auch immer noch bestehen. „Im Mostviertel haben wir die Birne als Spezialität, im Pielachtal die Dirndl, im Wienerwald die Elsbeere …“

Kleinere Mengen, edlere Brände

Dennoch: „Der Konsum ist in den letzten zehn Jahren zurückgegangen“, so Hauer. Es wird weniger Schnaps getrunken, nicht zuletzt aufgrund des Autofahrens. Dafür aber gewinnt die Qualität an Bedeutung.

Wie gut Hochprozentiges aus NÖ ist, zeigen auch immer wieder Auszeichnungen. So holte sich zum Beispiel der O-Gin von Doris und Josef Farthofer aus Öhling heuer Gold bei den Craft Spirits Awards Berlin, Platz eins beim Mixology Gin-Test, Doppel-Gold bei den China Wine & Spirits Awards (übrigens auch für den O-Vodka) und Silber bei der San Francisco World Spirits Competition.

Eine Möglichkeit, Brände & Co. aus dem Mostviertel besser kennenzulernen, bietet sich im Herbst, wenn das Brennen Hochsaison hat und „die Moststraße brennt“. Heuer rund um den 14. November. Dann öffnen Mostviertler Brenner ihre Tore und laden zu speziellen Veranstaltungen. Gäste können dabei entdecken, wie Schnaps gebrannt wird, wie man ihn richtig verkostet und wann man ihn am besten genießt.

Bei der Familie Hauer beispielsweise dreht sich am 14. November alles um „Krambirnbuli“. Was da passiert? „Ein Zuckerhut wird mit Birnenschnaps gefüllt und angezündet. Der karamellisierte Zucker fließt in Birnenschnaps und wird warm an die Gäste ausgeschenkt“, verrät Hauer.


Die Moststraße brennt

  • 14. November: Krambirnbuli, Schaubrennerei & Heuriger Hauer, Ardagger, www.hauerbrand.at
  • 14. November: Edelbrand-Degustationsmenü, Landhotel Gafringwirt, Euratsfeld,  www.gafringwirt.at
  • 14. November: Nachtführung bei Kerzenlicht, Straußenhof Ebner, Winklarn,  www.straussenhof-ebner.at
  • 14. November: Schnapsbrennen am Tisch, RelaxResort Kothmühle, Neuhofen an der Ybbs,  www.kothmuehle.at
  • 14. und 15. November: Whisky verkosten beim Seppelbauern, Familie Datzberger, Amstetten, www.seppelbauer.at
  • 14. und 15. November: Beschwipstes Kletzenbirnbrot im MostBirnHaus,  www.mostbirnhaus.at

www.moststrasse.at