Erstellt am 22. März 2016, 06:04

von Christine Haiderer

Genießen, was gerade reift. „Kochen wie die Bäuerin“ mit Rezepten & Tipps von Elisabeth Lust-Sauberer.

Im Weinviertler Schalladorf lebt - und kocht - Elisabeth Lust Sauberer. Ihr jüngstes Buch »Kochen wie die Bäuerin« ist im Pichler Verlag erschienen (192 Seiten, 24,90 Euro).  |  NOEN, Julia Wesely

„Kochen, was gerade wächst. Kochen und ernten, was gerade reift. Kochen mit allen Sinnen und essen, wann es am besten schmeckt“ … so kocht eine Bäuerin, verrät Elisabeth Lust-Sauberer in ihrem neuen Kochbuch.

Jetzt zu Ostern trifft das zum Beispiel auf Lamm und Osterbrot zu. Beides übrigens landet auch bei der Autorin selbst in Schalladorf zu Ostern auf dem Tisch. Finden lässt sich Osterbrot in vielen Regionen auch im Weihkorb. „Zur österlichen Auferstehungsfeier werden die im Weihkorb mitgebrachten Speisen geweiht. Oft befindet sich in diesem neben Schinken, Eiern, Kren und Wein auch das Osterbrot“, schreibt sie in „Kochen wie die Bäuerin – Mit Elisabeth Lust-Sauberer durch die Jahreszeiten“.

Die geweihten Speisen werden dann nach der Osternachtsfeier oder am Ostersonntag von der Familie verzehrt. Im Korb landet, so Lust-Sauberer, meist, was es am Hof gibt. Aber „Brot und Eier sind immer mit dabei“, erläutert der Brotfan.

Vom Osterbrot bis zum Hendl im Brotteig

Rezeptideen dazu gibt es im neuen Kochbuch jede Menge. Vom Osterbrot über Getreidesalat („phänomenal gut“) bis hin zum Hendl im Brotteig („voll gut“, Tipp: mit 400 Gramm Mehl!“). Sie zeigen auch, wie vielfältig der Genuss von saisonalen und regionalen Lebensmitteln sein kann.

„Wir haben so viele tolle Lebensmittel“, meint Lust-Sauberer. Und: „Man kann so viel damit machen.“ Wie man herausfindet, welche Lebensmittel gerade Saison haben? Am Bauernmarkt oder im Bauernladen zum Beispiel. Hier gibt es, was gerade wächst.

Kochen wie eine Bäuerin bedeutet übrigens auch, sich des Wertes der Lebensmittel bewusst zu sein, welchen Weg sie hinter sich haben, wenn sie in der Küche landen. Einen Weg, den Bäuerinnen kennen. Vom Setzen der Pflanzen bis hin zum Genuss. Als Bäuerin erlebt man die Entwicklung des Lebensmittels vom Anfang bis zum Ende. Kostet man etwas, wird das bewusst erlebt.

Daraus folgt auch, dass man nichts wegwirft. Bleibt etwa Spinat über, „mach ich Spinatspätzle daraus“, so Lust-Sauberer. Man achtet darauf, alles weiterzuverwerten. „Das wird gelebt im bäuerlichen Bereich.“ Mehr Haushaltstipps der Bäuerin gibt’s übrigens künftig in jedem Heimat-Magazin der NÖN.


Osterrezept: Osterbrot

Zutaten:

1 kg Weizenmehl (Typ 700)
45 g Germ
15 g Salz
50 g Zucker
1 EL Schmalz
10 g Anis ganz
0,3 l Wasser
0,3 l Milch
1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung: Alle Teigzutaten in einer Schüssel gut zu einem mittelfesten Germteig verkneten, den Sie zugedeckt aufgehen lassen. Den Teig zu einem Laib formen und auf einem mit Backpapier belegten
Blech nochmals 20 Minuten gehen lassen. Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Das Brot mit Ei bestreichen und circa 50 Minuten backen. Gegen Ende der Backzeit eventuell nochmals mit Ei bestreichen und die Temperatur auf 180 Grad reduzieren. Schließlich das fertige Brot aus dem Rohr nehmen und auskühlen lassen.


Frühlingsrezept: Gänseblümchen-Grissini

Zutaten:

125 g Weizenmehl
125 g Dinkelmehl
1/2 Würfel Germ
125 ml warmes Wasser
1/2 Teelöffel Salz
2 EL Öl
1 Handvoll Gänseblümchenköpfe
1 Handvoll Gänseblümchenblätter

Zubereitung: Blüten und Blätter fein schneiden. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, den Sie etwas rasten und aufgehen lassen. Teig portionieren und fingerdicke Rollen formen. Im vorgeheizten Backrohr brauchen die Stangerln bei 200 Grad rund 10 Minuten, bis sie knusprig gebacken sind.