Erstellt am 03. November 2015, 08:17

von Michaela Fleck-Regenfelder

„2015 ist ein guter Jahrgang“. Weniger Säure, dafür aber größere Mengen haben Niederösterreichs neue Weine heuer.

Trotz Hitze-Sommer und Mai-Hagel (der vor allem im Kremstal und am Wagram fast 3.000 Hektar geschädigt hat): der heurige Weinjahr-gang ist ein guter. Und das nicht nur in der Qualität, sondern auch in der Quantität.  |  NOEN, Normann / Shutterstock.com

Die einen sind schon abgefüllt. Die anderen sind noch staubig. Gelesen sind Niederösterreichs neue Weine aber schon fast alle. Und: „Es ist auf jeden Fall ein guter Jahrgang!“, meint Konrad Hackl, Geschäftsführer von Niederösterreichs Weinbauverband.

Denn: „Die Traubengesundheit ist heuer einfach perfekt.“ Auch wenn der Sommer extrem trocken und heiß war und der Stock „bei über 31, 32 Grad die Arbeit einstellt“, erklärt Hackl. Der Regen im August kam da gerade rechtzeitig. Und hat nicht nur für den letzten Entwicklungsschub gesorgt, sondern auch die ersehnten Mengen sichergestellt. „Bei der Quantität sollten wir heuer 10 Prozent über dem Schnitt der letzten fünf Jahre liegen“, schätzt Hackl. Im Vergleich zum Vorjahr dürften Niederösterreichs Winzer sogar um rund 20 Prozent mehr produzieren können.

Mild und vollreif: So schmeckt der Junge

Schmecken wird der Jungwein 2015 „etwas milder“ und schon jetzt „ausgewogener“ als 2014. Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager sagt zum neuen Weinjahrgang „sehr gut und vollreif“, mit „etwas höheren Alkoholgehalten und geringerer Säure“. Wobei die Volums prozent ja vom Winzer durch den Lesezeitpunkt beeinflusst werden, wie Konrad Hackl, der am Fuß des Göttweiger Berges Grünen Veltliner, Riesling und Pinot Noir anbaut, ergänzt. Aber: „In wärmeren Jahren kann man eben auch später ernten.“

Was den Wettlauf um den ersten Wein und den Trend zu Junker und Co. betrifft, also: den „Jungwein-Wahnsinn“, wie ihn Konrad Hackl nennt, so hat sich der wieder reduziert. Weil: „Der Wein braucht Zeit. Und zwar mindestens bis Jänner oder Februar.“ Der Jungwein sei gut, „um die erste Neugierde zu befriedigen“. Aber es wäre „wünschenswert, wenn in der Gastronomie mehr reifere Weine angeboten werden“, so Hackl.

Ein Etikett hat er jedenfalls, der Junge, und das schon seit 20 Jahren. Da brachte Österreichs Wein Marketing den „Jungen Österreicher“ auf den Markt. Und die „Jungen Niederösterreicher“? Die nennen sich „Primus Carnuntum“, „Der Junge“ oder „Der junge Hiata“. Was für die und für alle anderen Jungweine jetzt noch fehlt? „Der Segen von oben“, lacht Konrad Hackl.


Die Jungen zum Kosten: Weintaufen und mehr in NÖ

  • 7. November, 17 Uhr: Weintaufe Langenlois, Mittelberg

  • 7. November, 18 Uhr: Rohrendorfer Weintaufe, Weingut Moser

  • 8. November, 14 Uhr: Weintaufe Feuersbrunn, Kellergasse

  • 8. November, 10 bis 12 Uhr: Hiata-Einzug Perchtoldsdorf

  • 12. bis 15. November, 10 bis 20 Uhr: Fasslrutschn in Klosterneuburg, Binderstadl

  • 13. November, 19 Uhr: Weintaufe Großriedenthal, Pfarrzentrum

  • 14. November, 19 Uhr: Poysdorfer Weintaufe, Kolpinghaus

  • 14. und 15. November, 14 bis 20 Uhr: Göttlesbrunner Leopoldigang

  • 15. November, ab 7 Uhr: Leopoldiwandertag mit offenen Kellertüren, Hohenruppersdorf

  • 20. November, 18.30 Uhr: Kamptaler Weinnacht, Schloss Grafenegg www.niederösterreich.at/weinherbst