Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:08

von Marcel Ertl

Kipferl auf Indisch. Mit Vanillekipferl und Co. überzeugte eine Gruppe von Kamptalern beim ersten"Terra Madre"-Fest im Nordosten von Indien.

 |  NOEN, zvg

Gut, sauber, fair - das sind die Grundsätze der mittlerweile weltweiten Slow-Food-Bewegung, die der Italiener Carlo Petrini initiiert hat. Sie steht auch für verantwortungsvoll produzierte Lebensmittel, bunte Vielfalt und ein gesünderes Leben.

All das stand auch im Mittelpunkt des ersten, fünftägigen Indigenous Terra Madre-Festivals, das Slow Food International und die North East Slow Food & Agrobiodiversity Society India in Shillong, in der Region Meghalaya im Nordosten Indiens veranstaltete.

Einzige Delegation aus Europa

Dort war, als einzige Delegation aus Europa, auch die kleine Gruppe Slow Food Kamptal mit dabei. Und tauschte Wissen um Ernährung und biologische Vielfalt, Erfahrungen in der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion oder auch Probleme in der Erhaltung traditionellen Wissens mit 140 indigenen Stämmen aus mehr als 50 Ländern aus der ganzen Welt aus – vom Dschungel von Borneo über den Amazonas, Kenia, Neuseeland oder der Mongolei.

Trotz „Exotenstatus“ hatte die Abordnung von Slow Food Kamptal einen eigenen Food Stall, hielt Workshops zur Biodiversität ab und verteilte selbstbewusst selbst gebackene Vanillekipferl in Dirndl und Lederhosen als Alternative zu gebratenem Getier wie Seidenraupen und Spinnen. Mit Stolz zeigte man die urigen Seiten (Nieder-) Österreichs und sorgte mit so manchem G’stanzl für Spaß und Verwunderung. Das Konzept, heimische Rezepte mit heimischen, also: indischen Lebensmitteln zu kochen, sorgte für große Augen, Blitzlichtattacken und Begeisterungsstürme unter den Gästen.

Zutaten in anderen Varianten

„Wir wollten lokale Zutaten mal in einer anderen Variante anbieten“, so Robert Paget, Diendorfer Käsemacher und Leiter von Slow Food Kamptal. „Am besten kamen süße und salzige Spezialitäten wie unsere adaptierte Linzertorte mit selbst gemachter Limettenmarmelade oder der Kürbisstrudel an“, ergänzt Benjamin Schwaighofer, Koch der Arche-Noah-Schaugärten in Schiltern und Mitorganisator der Reise. Reißenden Absatz fanden beim von gut zwanzigtausend Gästen besuchten Hauptevent die auf Holztellern servierten Knödel in verschiedensten Variationen. Innerhalb von nur wenigen Stunden war man komplett ausverkauft. „Nächstes Mal sind wir sicher noch besser darauf vorbereitet“, so der zufriedene Tenor.

Auch im zwischenmenschlichen Bereich machte man wertvolle Erfahrungen –  etwa beim multikulturellen Tanz oder beim Fußballspielen mit indischen Kindern. „Die Veranstaltung war für uns ein voller Erfolg und ein schönes Abenteuer“, so Robert Pagets Conclusio.