Erstellt am 22. März 2016, 11:44

von Stefan Obernberger und Gerald Burggraf

14-Jähriger beraubt: Verfahren gegen zwei Beschuldigte eingestellt. Völliges Unverständnis haben zahlreiche Facebook-User für Einstellung der Ermittlungen nach brutalem Überfall auf Schüler. Die NÖN fragte bei der Staatsanwaltschaft nach.

 |  NOEN, Screenshot Facebook/Obernberger
Für helle Aufregung sorgte ein mit 16. März datiertes Schreiben der Wiener Staatsanwaltschaft, das die Familie jenes 14-jährigen Burschen bekommen hat, der vor drei Wochen am Leberberg brutal überfallen worden war.

Wie berichtet ( und unten), wurden sechs Jugendliche in Folge ausgeforscht und bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Raubes angezeigt.

Emotionsgeladene Diskussion entbrannte

Warum nun die Aufregung? Aus dem Dokument, welches am Montagabend auch auf Facebook aufgetaucht ist, geht hervor, dass nun gegen zwei der insgesamt sechs Beschuldigten das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde.

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Begründung: „Die Einstellung erfolgte gemäß Paragraph 190 Z2 StPO, weil kein tatsächlicher Grund zu weiteren Verfolgung besteht.“ Ein Tatnachweis sei nicht mit der für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit möglich.

Das bedeutet aber gleichsam: Die Ermittlungen gegen die vier weiteren Verdächtigen, unter ihnen auch der Hauptverdächtige, der wüst auf den Mannswörther Schüler eingeschlagen haben soll, werden fortgesetzt. Ob die jungen Beschuldigten zu einer Gerichtsverhandlung geladen werden und Anklage nun gegen sie erhoben wird, das hat ebenfalls die Staatsanwaltschaft zu entscheiden.

Thomas Vecsey, Mediensprecher, zur NÖN am Dienstagmorgen: „Es ist korrekt, dass gegen zwei der insgesamt sechs zunächst Beschuldigten das Ermittlungsverfahren aus den genannten Gründen eingestellt wurde. Gegen die vier übrigen wurde bereits Anklageschrift beim Landesgericht für Strafsachen Wien eingebracht.“ Die Anklageschrift sei noch nicht rechtskräftig.
 
Auf Facebook ist indes jedenfalls eine intensive, emotionsgeladene Diskussion entbrannt. So hat unter anderem FP-Mandatar Wolfgang Zistler die Einstellung als „eine riesige Schweinerei“ bezeichnet. Auch zahlreiche andere User nahmen Stellung und kritisierten die Entscheidung scharf.