Erstellt am 15. Oktober 2015, 06:02

von Andreas Fussi

2.216 Personen arbeitslos. Mehr Arbeitslose, weniger Lehrstellensuchende in Schwechat. Stellenangebot bleibt stabil. 34 Personen seit Anfang Mai in Gemeinden untergebracht.

Lob für die aktive Arbeitsmarktpolitik mit den Gemeinden: AMS-Chefin Gabriele Fälbl mit den Bürgermeistern Roman Stachelberger (Ebergassing), Peter Komarek (Lanzendorf), Karin Baier (Schwechat) und Ernst Schüller (Rauchenwarth) sowie Bezirkshauptmann Andreas Strobl.  |  NOEN, Foto: Fussi

Ende September 2015 waren in Schwechat 2. 216 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 16,4 Prozent (oder 312 Personen) mehr als im September des Vorjahres. In Niederösterreich ist die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent (oder 4.571 Personen) gestiegen.

AMS Schwechat Geschäftsstellenleiterin Gabriele Fälbl informiert weiters: „Gleichzeitig waren in Schwechat deutlich weniger Personen in Schulung als vor einem Jahr, konkret waren Ende September 304 Personen in Schulung, um 116 beziehungsweise 27,6 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.“ Reduziert wurde das Angebot an persönlichkeitsbildenden und aktivierenden Seminaren, die Anzahl der Plätze in Fachausbildungen ist gleich geblieben.

Nach dem Alter gibt es deutliche Unterschiede, erläutert Fälbl: So ist die Zahl der bis zu 25-Jährigen arbeitslosen Personen um 7,2 Prozent (das sind 17 Personen) gestiegen, dem gegenüber stieg die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre oder älter sind, um 17,8 Prozent beziehungsweise um 102 Personen.

Stellenangebot im Bezirk Schwechat stabil

Deutlich rückläufig sei jedoch die Zahl der Lehrstellensuchenden, so Fälbl: „Die Anzahl der Lehrstellensuchenden ist im Vorjahresvergleich um 10 Personen auf 40 zurückgegangen. Der Rückgang um 20 Prozent ist auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, die Zahl der jungen Menschen, die auf den Arbeitsmarkt drängen, ist rückläufig.“

Jedenfalls reiche das Stellenangebot nicht aus, um die Arbeitslosigkeit stabil zu halten oder gar zu senken. „Das Pensionsalter wird angehoben, der Zugang in die Invaliditätspension ist deutlich erschwert. Dazu kommt der Zuzug aus unseren EU-Nachbarländern. In Summe reichen die gemeldeten offenen Stellen nicht aus, das stark steigende Arbeitskräfteangebot zu kompensieren“, berichtet Gabriele Fälbl.

Das Stellenangebot ist im Bezirk Schwechat stabil. Im September wurden dem AMS Schwechat 358 offene Stellen gemeldet, um 6,9 Prozent mehr als im September 2014.

Qualifizierungsförderung für Beschäftigte

Diesen Überblick präsentierte Fälbl beim Oktoberfest des AMS am Donnerstag. Dabei lobt sie die aktive Arbeitsmarktpolitik in Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Denn seit dem letzten Bürgermeister-Round Table Anfang Mai wurden 34 Personen von Gemeinden eingestellt, drei weitere werden demnächst beginnen, zudem seien acht Personen für den Winterdienst geplant.

Michael Schöpf vom Service für Unternehmer hob die Qualifizierungsförderung für Beschäftigte hervor. Damit werden Schulungen von Mitarbeitern mit mindestens 24 Kursstunden gefördert –und zwar 50 Prozent der Schulungskosten und 50 Prozent der Personalkosten ab der 33. Kursstunde.

Arbeitsmarktdaten

Ende September 2015 (im Vergleich zu 2014)

2.216 vorgemerkte Arbeitslose (+16,4%)

1.010 Frauen (+19,4%)

1.206 Männer (+14%)

304 Personen in Schulung (-27,6%)

40 Lehrstellensuchende (-20%)

358 gemeldete offene Stellen (+6,9%)