Erstellt am 14. Januar 2016, 05:03

von Gerald Burggraf

2.952 Menschen im Dezember ohne Job. Im Jahres-Durchschnitt 2015 waren es „nur“ 2.660 Personen. Gleichzeitig fanden über 2.500 Arbeitslose einen neuen Job.

Schwechat AMS-Chefin Gabriele Fälbl rechnet auch 2016 mit keiner Entspannung.  |  NOEN, Foto: B.V.Ederer

Der Arbeitsmarkt in Österreich bleibt weiter eher trist. Bundesweit waren im Dezember 2015 über 415.000 Menschen ohne Job, in NÖ immerhin noch rund 70.000. In der Region Schwechat waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) exakt 2.646 Personen arbeitslos gemeldet. Ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Monat des Vorjahres. Inklusive jener Jobsuchenden, die in Schulungen untergebracht waren, steigt die Zahl sogar auf 2.952 – ebenfalls ein Plus von zwei Prozent.

Die Bilanz für das gesamte vergangene Jahr fällt noch ein wenig ernüchternder aus. So stieg die Zahl an Arbeitslosen um 13 Prozent an. „Rechnet man die Teilnehmer an AMS-geförderten Schulungen hinzu, waren insgesamt jahresdurchschnittlich 2.660 Schwechater ohne Job“, berichtet Gabriele Fälbl, Geschäftsstellenleiterin des AMS Schwechat.

Doch die Arbeitsmarktexpertin hat auch positive Zahlen parat. „Bis Ende Dezember waren über 2.500 Jobsuchende wieder in Beschäftigung und über 3.100 freie Stellen und Lehrstellen mit passenden Arbeitslosen besetzt. Damit liegt das Jahresergebnis 2015 über den Werten des vergangenen Jahres“, erläutert Fälbl. Auch das Angebot von Jobs stieg um 3,5 Prozent an. Insgesamt waren 2015 rund 23.700 Personen bis Ende November in der Region Schwechat wohnhaft und beschäftigt. „Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein beachtliches Plus von 1,6 Prozent“, freut sich die AMS-Chefin.

476 Personen länger als 12 Monate ohne Job

Weniger erfreulich stellte sich hingegen die Situation für Langzeitarbeitslose dar. Denn die Zahl jener Personen die länger als zwölf Monate vorgemerkt sind, vervierfachte sich und lag bei 476. Gleichzeitig konnten jedoch auch die Wiedereinstiegschancen der betroffenen Zielgruppe um knapp 24 Prozent gesteigert werden.

Problematisch ist es auch mit der Generation 50+. „Einmal arbeitslos geworden, ist es bei angespannter Lage am Arbeitsmarkt für ‚Golden Ager‘ besonders schwer, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen“, weiß Fälbl. Dennoch ist bis Dezember 409 Jobsuchenden ab 50 Jahren der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelungen.
Etwas entspannt hat sich die Lage für Arbeitslose im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. In der Region Schwechat waren übers vergangene Jahr 252 Menschen ohne Job. „Ein mit 4,4 Prozent vergleichsweise geringer Anstieg“, so die Geschäftsstellenleiterin.

Mit einer Verbesserung kann laut dem AMS auch 2016 nicht gerechnet werden. „Wir werden sowohl unseren Personal- als auch den Fördermitteleinsatz auf die Akquisition offener Stellen und die Vermittlung Jobsuchender konzentrieren. Gleichzeitig halte ich fest: Die Arbeitsmarktintegration von Jobsuchenden ist alternativlos“, unterstreicht Fälbl abschließend, obwohl die Aussichten nicht so rosig seien.