Erstellt am 18. November 2015, 05:13

von Andreas Fussi und Josef Kleinrath

45.000-Euro-Klage gegen Künstler Paulus Manker. Entgleisung von Künstler Paulus Manker führte zu Schäden an Lok, die er vom Eisenbahnmuseum Schwechat geliehen hatte. Dieses klagte bereits wegen ausstehender Miete.

Paulus Manker gilt als Enfant terrible der Schauspielszene, was der jüngste Vorfall bestätigt.  |  NOEN, Franz Baldauf

Österreichweit machte eine „Amok-Fahrt“ von Regisseur, Schauspieler und Künstler Paulus Manker in der Serbenhalle in Wiener Neustadt Schlagzeilen. Dieser hatte die für die Produktion „Alma“ geliehene Lok in Betrieb genommen, ein Tor durchbrochen und zahlreiche Platten beschädigt.

Sehr verärgert über diesen Vorfall ist man im Eisenbahnmuseum Schwechat, das Manker die Lok und fünf Waggons gegen Miete überlassen hatte. Doch der aktuelle Schaden ist nicht das letzte Ärgernis. Wie sich herausgestellt hat, prozessiert das Eisenbahnmuseum bereits gegen Paulus Manker – der Streitwert beläuft sich auf über 45.000 Euro.

x  |  NOEN, Fotos: Franz Baldauf

Ein empörter Museumschef Franz Kamper: „Er zahlt weder die vereinbarte Miete, noch den Transport nach Wiener Neustadt.“ Allerdings hat Manker dem Verein eine obskure Rechnung geschickt, weil Lok und Waggons bei ihm gelagert würden.

Hallen-Besitzer erstattete Anzeige

Wie es zu dem jüngsten Vorfall kam, wird Sache der Gerichte sein. Der Besitzer der Halle hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Diese ermittelt wegen schwerer Sachbeschädigung, fahrlässiger Gemeingefährdung und unbefugter Inbetriebnahme fremder Fahrzeuge.

Manker habe die Lage beim Rückwärtsfahren falsch eingeschätzt, erklärt sein Anwalt Dieter Ortner, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar. Dass es eine Beschädigung gegeben habe, räumte er aber ein. Das sei darauf zurückzuführen, weil der Eigentümer den Strom abgedreht und in der Halle völlige Dunkelheit geherrscht habe.

Zweifel an Unfall-Version

Die Unfall-Version erscheint allerdings kaum glaubhaft: Denn erst nach 138 (!) Metern ist das Gefährt zum Stehen gelangt – nach Verursachung vieler Schäden. Auch Franz Kamper fragt sich: „Wie kann man im Dunkeln durch ein Tor fahren, wenn die Lok eine funktionierende Lichtanlage hat?“

Am Mittwoch kam Kamper in die Halle, um den Schaden an der Lok festzustellen. Was ihn verwunderte: So wurden die Schlösser an den Türen ausgetauscht, dazu zusätzliche Griffe angeschweißt, was nicht erlaubt gewesen wäre. Auch fehlte bei der Begutachtung ein Teil der Verkleidung, der Schaden war nur schwer abzuschätzen. Wie das tonnenschwere Gefährt wieder ins Museum kommt, steht noch nicht fest. Dafür sind Spezialtransporter nötig – die Kosten für die Hinfahrt (mehrere Tausend Euro) ist Manker laut Kamper auch noch schuldig.