Erstellt am 20. April 2016, 16:33

von Gerald Burggraf

Airportregion gemeinsam entwickeln. Der Flughafen Wien-Schwechat und die Anrainergemeinden wollen ihre künftigen Entwicklungsschritte akkordiert gehen.

Fischamends Bürgermeister Thomas Ram, Flughafenvorstand Günther Ofner, Landesrätin Petra Bohuslav, Friedrich Zibuschka und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki setzen auf eine gemeinsame "Airportregion". Foto: Gerald Burggraf  |  NOEN, Gerald Burggraf
Unter dem Motto "Airportregion" soll es bis Jahresende ein Grobkonzept für ein gemeinsames Entwicklungsprogramm geben.

Der Startschuss dafür fiel am Vormittag bei einer Pressekonferenz mit Flughafen-Vorstand Günther Ofner, Anrainergemeinden-Sprecher Thomas Ram (Bürgermeister in Fischamend, Anm.) sowie Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki.

Die Landes-Wirtschaftsagentur wird die Entwicklung der Airportregion vor allem im Bereich von Betriebsansiedlungen unterstützen. Federführend steht zudem der ehemalige NÖ-Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka als Berater hinter dem Projekt.

Ram: "Alle müssen an einem Strang ziehen"

"Der Flughafen ist zwar ein in sich geschlossenes System, er hat dabei dennoch großen Einfluss auf die Region", weiß Miernicki. Daher sei eine gemeinsame Herangehensweise unabdingbar. Für die zuständige VP-Politikerin Bohuslav, ist der Airport der Motor der gesamten Ostregion.

"Mit Land NÖ, Flughafen und Gemeinden sind hier drei Partner involviert. Hier geht es vor allem auf die Abstimmung", unterstrich sie im Rahmen des Pressetermins. Dass hier alle "an einem Strang" ziehen müssen, ist sich Ram im Klaren.

Neben Fischamend, sind Kleinneusiedl, Enzersdorf/Fischa, Schwadorf, Rauchenwarth, Zwölfaxing und natürlich Schwechat eingebunden. Allesamt sind Mitglied im Forum 11, dem darüber hinaus auch der Flughafen, OMV, Groß-Enzersdorf und die Bundeshauptstadt Wien angehören.

Flughafen versteht sich als Koordinator

Für den Schwechater Airport ist das geplante Entwicklungskonzept für das Label "Airportregion" vor allem aus Wettbewerbssicht wichtig. Denn man konkurriert eben mit allen anderen Flughäfen der Welt, wenn es etwa um Firmenansiedlungen geht.

"Unser Anspruch ist es, zu den Besten zu gehören", betonte Vorstandsdirektor Günther Ofner. Er ist überzeugt, dass das gemeinsame Regionalkonzept Vorteil bringt und zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung führen wird. Allerdings hält er auch fest, dass die Arbeit nun erst gestartet wird.

Die Anrainergemeinden kommen nicht zuletzt auch dadurch ins Spiel, dass der Flughafen am Standort nur begrenzte Flächenreserven hat. Dennoch "kümmern wir uns natürlich vorwiegend um unser Kerngebiet", so Ofner. Der Airport versteht sich in diesem Fall vielmehr als Koordinator, damit "niemand zurückbleibt" und die Ressourcen gebündelt werden.
 
Darüber hinaus sei klar, dass es nicht immer nur um das Wirtschaftliche geht, sondern "es leben hier auch Menschen", erläuterte der Airportchef. Generell will man einem Betrieb die besten Voraussetzungen zur Ansiedlung bieten, egal in welcher umliegenden Nachbargemeinde. Konkret geht es etwa um Hotels und Büroflächen (in beiden Fällen von Flughafenseite schon im Laufen, Anm.) sowie um mehr Parkraum, neue Dienstleistungen oder eben Betriebsansiedlungen am und um den Airport.

Ausgeschlossen ist, laut Ofner, die Errichtung eines großen Einkaufszentrums - zumindest derzeit. Einzelne Verkaufsangebote könnten zwar durchaus umgesetzt werden, die Offensive im Retail-Bereich sowie das kürzlich präsentierte Investitionspaket von maximal 500 Millionen Euro beschränke sich jedoch rein auf den Bereich nach der Bordkartenkontrolle.