Erstellt am 04. April 2016, 11:35

von Jutta Hahslinger

Alko-Fahrer übersieht Frau am Schutzweg. Auf einem Zebrastreifen in Mannersdorf wurde Fußgängerin angefahren: Das Opfer (76) erlag im Spital den schweren Verletzungen.

Kontrollen zeigen Wirkung: Zahl der Alko-Lenker sinkt.  |  NOEN, www.BilderBox.com

Nach einer durchzechten Nacht mit einem Liter Weißwein und einem halben Liter Zwetschkenschnaps genehmigte sich ein 60-Jähriger aus Hof am Leithaberge ein Katerfrühstück mit Bier, dann setzte er sich kurz nach sechs Uhr morgens ans Steuer, um zur Arbeit zu fahren.

Die Alkofahrt (Blutalkoholgehalt von zumindest 0,8 Promille) nahm bei Dunkelheit und Regen in Mannersdorf ein tragisches Ende: Der Wagenlenker übersah eine 76-Jährige, die gerade die Straße auf einem Schutzweg überqueren wollte. Der Wagen erfasste die Fußgängerin, stieß sie zu Boden und schleifte das Opfer sieben Meter weit mit. Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie zwei Tage nach dem Unfall den schweren Verletzungen erlag.

„Ich habe in der Nacht vor dem Unfall die Nachricht erhalten, dass mein Cousin im Sterben liegt, und da habe ich meinen Kummer ertränkt“, erzählt der Mann und beteuert: „Es tut mir sehr leid. Ich fühle mich schuldig.“

„Warum wärmen Sie einen Rausch des Vorabends mit einem Bier um sechs Uhr in der Früh auf? Das spricht für ein Alkoholproblem“, hakt Richter Manfred Hohenecker nach.

„Es war ein Riesenfehler“, bekennt der 60-Jährige, geht aber auf ein etwaiges Alkoholproblem nicht ein. Der bislang Unbescholtene wird wegen grob fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten auf Bewährung und einer unbedingten Geldstrafe von 7.200 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.