Erstellt am 31. Oktober 2015, 18:42

von Marcella Bolaffio

Alt, aber Polt. "Bücher im Gespräch" mit Erfolgsautor Alfred Komarek. Er gab Autogramme und las aus seinem letzten Polt-Krimi.

Fachbuchhändlerin Elisabeth Strini im Gespräch mit Polt-Autor Alfred Komarek im Theater Forum Schwechat.  |  NOEN, Marcella Bolaffio

Erfolgsautor Alfred Komarek schickt seine Romanfigur und damit sich selbst als Krimi-Autor in Pension. Im Gespräch mit Elisabeth Strini stand er im Theaterforum Schwechat Rede und Antwort.

„...und irgendwas müssen’s selber ja a lesen.“, endet der österreichische Erfolgsautor Alfred Komarek seine Lesung aus seinem neuesten und wohl letzten Polt-Roman. 20 Jahre lang begleitete der fiktive Gendarm Simon Polt nun seinen Schöpfer Alfred Komarek. War „Alt, aber Polt“ jetzt tatsächlich der letzte Krimi, in dem er ermitteln durfte? „Jetzt war 6 Jahr a Ruh“, antwortet Alfred Komarek „auf einmal meldet sich der Polt in mir wieder: na was is? Ich bin alt. Hab ich nicht einen schönen Abgang in den Ruhestand verdient?“ Den habe er ihm jetzt geschrieben und sich mit Ideen und Einfällen nicht mehr zurückgehalten.

„Als Autor sollte man immer haushalten, damit nicht nach dem ersten Roman nix mehr nachkommt – das hat beim letzten Polt nicht mehr so gegolten“, schmunzelt der erfahrene Autor über seine eigenen Grundsätze. „Außerdem“, gesteht Komarek, „hab ich einfach Angst vor einem schlechten Alterswerk.“ Um es dazu gar nicht erst kommen zu lassen, konzentriert sich der vielseitige Schreiber nun weiter auf Reiseliteratur und will wieder vermehrt mit Fotografen zusammenarbeiten.

Erfolg hat und hatte der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller auch damit bereits. Fad wird dem 70-Jährigen in seinem eigenen „Ruhestand“ jedenfalls nicht. Genießen tut er ihn in seinen drei Wohnsitzen – mit der Familie im Salzkammergut, mit Freunden, Stille und grünem Veltliner im eigenen Presshaus im niederösterreichischen Weinviertel und „wenn’s fad wird“ auch mal in der Stadtwohnung in Wien.