Erstellt am 19. September 2015, 06:02

von NÖN Redaktion

Altwiener Vorstadtwitz und sehr viele Pointen. Hoflehner Lendl sprachen mit der NÖN über die bevorstehende Premiere „Direktor Serenelli und das Schaugeschäft“.

Die Probearbeiten sind in vollem Gang, auch das Ensemble blickt schon mit Spannung auf den Premierenabend am 24. September im Theater Forum Schwechat.  |  NOEN, Theater Forum

Die Premiere des Stücks „Direktor Serenelli und das Schaugeschäft“ steht bevor. Die NÖN traf die Verantwortlichen zum Interview.

NÖN: Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Johannes C. Hoflehner: Im Herbst 2013 haben wir in der theatralischen Biografie „Ferdinand Raimunds Toll & Wut“ zusammengearbeitet, da entstand die gemeinsame Faszination für die Zeit des Altwiener Volkstheaters und der Wunsch, etwas darüber machen zu wollen. Es war eine spannende Theaterzeit damals, vor der 48er-Revolution, wir können vielleicht daraus lernen.
Olivier Lendl: Da man über den Reiz dieser Stücke für ein heutiges Theaterpublikum streiten kann, haben wir uns gedacht: Probieren wir doch gleich, ein eigenes Stück zu schreiben. Das Altwiener Volkstheater brachte etwas auf die Bühne, das reine Unterhaltung sein wollte, das das Publikum über Eskapismus an andere Orte katapultierte.

Was wollten Sie mit dem Stück zeigen, erreichen?
Lendl: Wir wollen in erster Linie eine Komödie machen. Es soll unterhaltsam sein, sehr sogar. Es handelt sich nicht um ein Stück, das nur für Kenner der Theatergeschichte einen Reiz hat, sondern es soll für alle ein unterhaltsamer Abend sein.
Hoflehner: Wir haben recherchiert und viel über die Zeit gelesen, u.a. auch Zensurakte, die direkt quasi als Originalzitat in das Textbuch eingeflossen sind.

Was gibt es bei „Direktor Serenelli“ zu sehen?
Lendl: Unser Stück gibt Einblick in die damalige Theaterwelt. Das Schaugeschäft bezieht sich tatsächlich auf die Praxis des Schauens. Der klassischen Altwiener Volksbühne ging es nicht so sehr darum, Stoff zur Reflexion anzubieten oder eine Botschaft zu verbreiten. Es ging um Effekte, Wirkung, Spaß und Unterhaltung.
Hoflehner: Im Gegensatz dazu war Hanswurst zuständig alles zu verblödeln, die Hose runterzulassen und mit Pritsche, oder Schlagstock Prügel auszuteilen.


Zum Stück

Der Direktor des Wiener Freihof-Theaters Serenelli kämpft im Jahr 1834 um sein Theater: Wie kann er das Publikum halten, wie kann er gegen die Zensur bestehen und wie hält er den lüsternen Grafen von seinem weiblichen Personal fern? In die biedermeierliche Idylle brechen plötzlich neue Ideen ein…

„Direktor Serenelli und das Schaugeschäft“ öffnet das Fenster auf die Welt eines Vorstadttheaters in der Biedermeierzeit und erzählt von seiner Theaterpraxis und vom Wandel, von einem Direktor und seinem Ensemble, die als verschworene Gemeinschaft die kleinen und großen Aufgaben der Kunst zu meistern versuchen. Eine Hommage an das Theatermachen in Form eines ausgelassen Stückes über persönliche Begehrlichkeiten und kreative Lösungsansätze in einer Zeit des Umbruchs.