Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Gerald Burggraf

Aura-Siedlung: Land prüft auf Bodengas. Wohnhäuser stehen auf zugeschütteten Lehngruben. Untersuchung als Vorsichtsmaßnahme. Polit-Streit um Info-Weitergabe.

Unter anderem werden die Experten des Landes auch hier vor dem Wohnhaus mit der Nummer 186 Probebohrungen vornehmen.  |  NOEN, Burggraf

Die Marktgemeinde ist auch ein Ort der Deponien. Einige sind noch in Betrieb, viele Abfalllagestätten bereits zugeschüttet und versiegelt. Aufgrund der historischen Vergangenheit als Ziegelindustrie-Standort gibt es auch die eine Vielzahl an ehemaligen Lehmgruben in Leopoldsdorf.

Auf einer dieser von Menschenhand geschaffenen und später aufgefüllten Vertiefungen steht nun die Aura-Siedlung. Grundsätzlich sollte darin nur Baumaterialien abgelagert worden sein. Das würden auch frühere Luftbildaufnahmen zeigen, wie Ludwig Lutz, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Land NÖ, erläutert. Dennoch wolle man auf Nummer sicher gehen und führt daher im März Probebohrungen an 15 Punkten in der Siedlung durch.

Ortschef weist Kritik jedoch zurück

Lutz betont zudem, dass nicht etwaige fälschlich entsorgten Elektrogeräte Gefahrenpotenzial haben, sondern organische Materialien, wie Äste. „Die Lehmgruben sind verdichtet, damit besteht keine Gefahr für das Grundwasser. Allerdings kann sich durch organische Stoffe sogenanntes Bodengas bilden“, erklärt der Experte weiter.

Der Landesbeamte rechnet damit, dass man nichts findet. Das Bohr-Prozedere wird in einem Tag erledigt sein, auf die Ergebnisse muss man dann aber bis zu zwei Monate warten.
Während die Untersuchung unumstritten ist, übt die Bürgerliste (BL) erneut Kritik an der Informationspolitik der ÖVP. So beschwert sich Umweltgemeinderat Michael Kahl (BL) von Bürgermeister Fritz Blasnek (VP) nicht im Vorfeld benachrichtigt wurde.

Der Ortschef weist die Kritik jedoch zurück und betont, zuerst sämtliche Informationen beim Land eingeholt zu haben und dann auch alle Gemeinderäte unterrichtet zu haben. Er bezeichnet den BL-Vorstoß als „politisches Geplänkel“.