Erstellt am 02. März 2016, 05:09

von Jutta Hahslinger

Mit Baggerschaufel Nachbarin geschubst. Nach Baggerattacke gegen Nachbarin und deren Zaun wird Lenker (84) des 40-Tonnen-Ungetüms zu vier Monaten Haft verurteilt.

Ein Bagger mit Schaufel auf einer Baustelle  |  NOEN, Symbolfoto: Wodicka

Zu turbulenten Szenen kam es am 16. Juni vergangenen Jahres am Kienersee im Gemeindegebiet Velm. Ein schwelender Nachbarschaftskrieg zwischen einem 84-jährigen Pensionisten und seiner Nachbarin eskalierte: „Er hat mich mit der Baggerschaufel einfach zu Boden gefegt“, schildert das Opfer (35) vor Gericht die bedrohliche Situation.

„Ich habe sie nicht mit der Schaufel berührt und auch nicht verletzt. Wenn nur ein Wort falsch ist, soll mich sofort der Schlag treffen“, beteuert der agile Rentner seine Unschuld. Er gerät allerdings in Erklärungsnöte, als Richter Martin Bodner wissen will: „Woher kommen dann die Verletzungen – Prellungen sowie Abschürfungen an der Halswirbelsäule und an einem Oberarm – des Opfers?“

Richter hatte keine Zweifel 

„Ich weiß es nicht“, sagt der 84-Jährige und bleibt bei seiner leugnenden Haltung. Er will auch den Nachbarn nicht mit den Worten „Wenn ich eine Eisenstange hier hätte, tät ich dich erschlagen!“, bedroht haben. Er leugnet auch, zwei Zaunfelder vorsätzlich mit dem Bagger aus der Verankerung gerissen zu haben. „Ein Missgeschick“, beteuert er.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren hat der Richter keine Zweifel an der Schuld des Rentners. Er verhängt über den Uneinsichtigen wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Sachbeschädigung eine teilbedingte Freiheitsstrafe: Zwölf Monate, davon muss er vier Monate hinter Gittern absitzen – nicht rechtskräftig.