Erstellt am 22. September 2015, 15:22

von Jutta Hahslinger

Rückfall: Zündler wandert hinter Gitter. Zwei offene Bewährungsstrafen hielten Lehrling (19) nicht davon ab, erneut Müllcontainer in Wohnhausanlagen abzufackeln.

Staatsanwalt Stefan Dunkl war mit der Verhängung einer Gefängnisstrafe zufrieden.  |  NOEN, Jutta Hahslinger

Im April und Dezember vergangenen Jahres wurde ein 18-jähriger Leopoldsdorfer verurteilt, weil er in alkoholisiertem Zustand in Wien und seiner Heimatstadt Müllcontainer angezündet hat. Die Brände konnten von der Feuerwehr rasch gelöscht werden und der Zündler wurde wegen schwerer Sachbeschädigung jeweils zu bedingten Freiheitsstrafen (zehn und 18 Monate) verurteilt. Einer der damaligen Richter fand deutliche Worte und empfahl dem Lehrling: „Ich kann Ihnen nur dringend raten, unverzüglich mit dem Saufen aufzuhören.“

Brennende Container rasch entdeckt

Der Leopoldsdorfer schlug die mahnenden Worte des Richters in den Wind: Am 23. März dieses Jahres fackelte er in einer Wohnhausanlage in Wien erneut zwei Müllcontainer ab. Nur wenige Wochen später, am 5. April, überkam es den Lehrling in seiner Heimatstadt wieder und er steckte Müllbehälter in Brand. Zum Glück wurden die brennenden Container rasch entdeckt und von der alarmierten Feuerwehr gelöscht.

Der Leopoldsdorfer wanderte erneut auf die Anklagebank. Ein psychiatrisches Gutachten von Werner Brosch attestiert dem Zündler eine Persönlichkeitsstörung höheren Grades und der Experte stellte eine negative Zukunftsprognose. Er befand den heute 19-Jährigen zu den Tatzeitpunkten aber für zurechnungsfähig. Diesmal gab es für den Rückfalltäter kein Pardon: Der Lehrling wurde wegen schwerer Sachbeschädigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Weiters wurden zehn Monate einer bedingten Strafnachsicht widerrufen. Rechtskräftig.