Erstellt am 20. Oktober 2015, 11:57

von Brigitte Wimmer

Tag der offenen Ateliers. Künstler aus dem Bezirk Schwechat öffneten letztes Wochenende ihre Ateliers und zeigten ihre Werke.

 |  NOEN, Brigitte Wimmer, Benjamin Mühlbacher, Daniel Maier, privat
Barbara und Destan Gashi  Malerei und Bildhauerei Atelier Himberg: Destan Gashi ist Kosovo Albaner und jetzt 63 Jahre alt, in der Grundschule wurde eine Lehrer auf sein Talent aufmerksam und  Gashi durfte die Kunstschule im Kosovo besuchen. Später ging er dann nach Brüssel  um Kunst zu studieren. Seine Familie, er stammte aus einer Landwirtschaft, war nicht so begeistert und hätte es lieber gesehen wenn Gashi  Bauer geworden wäre. An der Akademie der schönen Künste in Brüssel studierte er Malerei. Nachdem er sein Diplom für Malerei in der Tasche hatte, ging er genau an die Grundschule als Zeichenlehrer zurück, die er schon als Kind besuchte. 1981 lernte er  seine Frau Barbara kennen.

Mit ihr gemeinsam beschloss Gashi wieder nach Brüssel zu gehen um nun Bildhauerei zu studieren.  Destan überredete Barbara Gashi  auch Kunst zu studieren und sie entschied sich für Malerei. Das Künstlerpaar zog 1987 nach Wien um dort zu arbeiten und zu leben  und seit 2012 arbeitet  der Bildhauer in  einer Halle in  Himberg an seinen wunderschönen Steinfiguren. Dienstag ist Barbara Gashis kreativer Tag, sie lässt sich von Destans Steinfiguren inspirieren und es entstehen eintauchende Körper, schwimmende Gesichter und farbenfrohe Bilder.

Seit 2014 arbeitet Gashi an einem albanischen Trachtenzyklus, /siehe Fotos. Destans Lieblingsstein kommt aus dem Carara Steinbruch (Michelangelo hatte schon mit diesem Stein gearbeitet).
Auch mit der Neuen Mittelschule Himberg und dem Künstlerpaar gab es ein gemeinsames Projekt.
Barbara und Destan haben einen  16-jährigen Sohn. Sein Name ist Guri, und Guri heißt auf Albanisch "Stein". www.skulpturenatelier-gashi.at


 



Maria Rocca, 73 Jahre, ist seit 2008 wieder in Schwechat, davor hat sie 10 Jahre im Mühlviertel mit ihrem Mann gelebt,  kommt aber ursprünglich aus Wien und hat schon einmal  in den 90er Jahren am Brauhausgelände in Schwechat gewohnt . Angefangen hat Rocca mit Bauernmalerei und Glasritzen. Ihre Tochter brachte sie dann zum Seidenmalen wo Rocca im Mühlviertel für einen Schafwollbauern Krawatten mit Schafen bemalt hat (die waren ein Renner!). Das Malen machte solchen Spaß, Rocca bemalte auch Regenschirme mit allen möglichen Motiven. Dschungelmotive kamen am besten an. Doch ab 2002 besuchte sie Kurse bei Gerhard Raab in Linz/Ansfelden und startete eine Karriere als Aquarellmalerin. Auch Sukopp hat sich ihre Bilder angesehen und gemeint, "Malen kannst du Mädl"

„Wichtig ist, dass man immer eine Skizze macht und dann erst zu malen beginnt“ erklärt die Künstlerin. Maria Roccas Werke entstehen hauptsächlich in Malkursen zum Beispiel bei Erwin Kastner (Amstetten) oder beim Mannersdorfer Kreativsommer bei Anneliese Lukovitsch oder in der Steiermark bei Arthur  Redhat. Es wird immer zu Themen gearbeitet- Maria Rocca malt meisten Aquarelle, manchmal auch mit Kohle oder Pastellkreide und gehört jetzt zu der Malgruppe "Künstlerkreis Kaleidoskop" in Wien. Ihre nächste Vernissage ist am 11. November ab 19 Uhr  am  Josef Weinheberplatz 10/6/4 im 16. Bezirk.
 

Die Kärntnerin Ilse Storfer-Schmied komponiert, dichtet und malt in Himberg. Sie nützte den Tag der offenen Ateliers auch musikalisch. Im Moment arbeitet die Künstlerin an einer Auftragsarbeit in Acryl mit sehr leuchtenden Farben. Sie hat  im Rahmen ihrer Lehrerausbildung in Kärnten zu Malen begonnen, lebt jetzt seit 1994 in Himberg, hat aber schon in Kärnten Chöre geleitet, Gedichte geschrieben und gemalt und präsentiert nun schon ihr 17. Buch (die Präsentation ist am 29. November um 15 Uhr im Volkshaus. Der Titel des Buches: "Dier Wintersun"). www.ilsestorfer.at
 

Im Zuge der offenen Ateliers lud Mosaikkünstler Franz Wodak ins Feuerwehrhaus Pellendorf und präsentierte seine Kunstwerke. Pro Bild werden bis zu 10.000 Glassteinchen verarbeitet! Die Besucher waren beeindruckt. Seine Kunstwerke sind absolute Einzelstücke und werden in Kleinstarbeit von Hand hergestellt. Einige Modelle enthalten außerdem einen massiven Opal (Bauchnabelschmuck). Sämtliche Werke sind unempfindlich gegen Nässe, Frost und Sonneneinwirkung. members.aon.at/p/pellendorf/kunst.htm
 

Isabella Reinbacher und Stephanie Radlinger aus Maria Lanzendorf stellten unterschiedliche Kunstformen aus – neben Malerei und Textilwerk auch Bilder, die mit dem Bügeleisen gefertigt wurden. Isabella Reinbacher ist 63 Jahre und kommt ursprünglich aus Bad Gastein im Salzburgerischen. Malen, Nähen, Patchworking, Sport, Gesellschaft und soziale Projekte sind ihre Hobbys. Stefanie Radlinger ist noch eine junge Künstlerin die erstmals ihre Werke ausstellte.
 

Gertrude Malleschitz, Christine Heidenreich und Chefin Ulli Zeppetzauer vom Kulturverein Wallhof erhofften sich beim Tag der offenen Ateliers Nachwuchs für die Malerei und konnten auch viele Besucher für ihre künstlerische Arbeit interessieren. Die Mal- und die Kunsthandwerkgruppe des Kulturvereins Wallhof-Rannersdorf feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Infos bei Interesse am künstlerischen  Werken gibt es bei  Marie Gruscher unter  01/70131-0 oder www.rannersdorf-kultur.at
 
Die Keramikerin Brigitte Rittmann aus Schwechat hat auch einen Schaugarten in der Thurnmühlstraße 1 / Germaniastraße 6. In diesem Garten findet man überall Erd-, Luft-, Feuer- und Wassergeister aus Ton. Die Wesen sind in kräftigen Farben glasiert oder manchmal einfach naturbelassen. Auch künstlerische Nützlingshotels und stilisierte Vögel aus Ton sind Teil der wunderbaren Pflanzenwelt. Auch der Rakubrand findet im Hause Rittmann seine Anwendung: Rakubrand ist ein  Brennverfahren der Extreme. Keramik Gefäße werden mit Feuer und Rauch gestaltet.