Erstellt am 16. März 2016, 05:44

von Susanne Müller, Gerald Burggraf, Ines Garherr und Theresa Puchegger

Bezirke bereiten die Fusion vor. Bei den Bezirksverwaltungs-Behörden, aber auch bei der Feuerwehr und der Politik laufen die Vorbereitungen.

Auf die Bezirkshauptmannschaft hat die Zusammenlegung die stärksten Auswirkungen. Sowohl in Bruck als auch in Schwechat sollen künftig mehr Mitarbeiter ihren Dienst versehen.  |  NOEN, Foto: Müller

Mit 1. Jänner 2017 wird der Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst und alle 13 Gemeinden des Schwechater Gerichtsbezirks werden dem Brucker Bezirk zugeschlagen (die NÖN berichtete bereits mehrfach). Laut neuesten Zahlen der Statistik Austria wird der neue große Brucker Bezirk damit 97.980 Einwohner zählen, mehr als das Doppelte seiner jetzigen Einwohnerzahl.

Die NÖN hat die Fusion der Brucker und der Schwechater Ausgabe bereits jetzt vollzogen und wird die Zusammenlegung der Bezirke bis zum Jahreswechsel und darüber hinaus intensiv begleiten.
Am stärksten betroffen von der Zusammenlegung sind die Bezirksverwaltungsbehörden.

„Es finden derzeit ständig mit allen Beteiligten Besprechungen zur neuen Organisation statt“, erklärt Brucks Bezirkshauptmann Peter Suchanek. Vieles muss noch in allen Details vorbereitet werden. Konkrete Pläne für die Neustrukturierung der Behörde könne er derzeit jedoch noch keine nennen: „Dafür ist es einfach noch zu früh“, so Suchanek.

„Das Herz eines Freiwilligen Feuerwehrmannes
schlägt überall gleich und ist an keine Bezirksgrenzen gebunden.“
Bezirksfeuerwehr-Kommandant Martin Fink

Sein Amtskollege aus dem Bezirk Wien-Umgebung, Andreas Strobl, gibt sich ebenfalls noch eher zurückhaltend. „Konkrete Ergebnisse gibt es noch keine. Die Außenstelle in Schwechat wird definitiv erhalten bleiben, zuletzt gab es dazu auch eine Bauverhandlung“, erläutert er.

Fix ist, dass sowohl in der Bezirkshauptmannschaft in Bruck als auch in der bisherigen Außenstelle in Schwechat deutlich mehr Mitarbeiter untergebracht werden müssen als bisher. Daher spricht Strobl von der Notwendigkeit einer „Optimierung des Raumkonzeptes“. Wie viele Mitarbeiter letztlich in Schwechat untergebracht werden, stehe noch nicht fest. „Aber auf jeden Fall mehr als jetzt“, unterstreicht er.

Genauer Ablauf noch offen

Eine neue Ordnung in ihre Struktur müssen auch die Polizei und die Feuerwehr bringen. Das Stadtpolizeikommando Schwechat war schon bisher nicht dem Bezirkskommando unterstellt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ins Brucker Bezirkspolizeikommando eingegliedert werden jedoch die restlichen Polizeiinspektionen aus dem Schwechater Teilbezirk.

Bei der Feuerwehr sollen die zwei Schwechater Abschnitte 2017 – gleichzeitig mit der Zusammenlegung der politischen Bezirke  – in das Bezirksfeuerwehrkommando Bruck integriert werden. Über den genauen Ablauf muss laut Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Fink noch gesprochen werden. Ziel sei ein gemeinsamer Weg der Feuerwehren. „Das Herz eines Freiwilligen Feuerwehrmannes schlägt überall gleich und ist an keine Bezirksgrenzen gebunden“, so Fink.

Zusammenarbeit der Bezirke bereits jetzt gut

Auf regionaler Ebene waren schon bisher die Grenzen der beiden Bezirke überschritten worden: Schwechat, Fischamend, Zwölfaxing, Rauchenwarth, Schwadorf, Kleinneusiedl, Ebergassing und Gramatneusiedl gehören schon seit 2007 zum Römerland Carnuntum. Die übrigen Gemeinden des Schwechater Teilbezirks müssen sich in den nächsten Wochen entscheiden, ob sie ebenfalls beitreten werden. „Ich bin gerade auf Tour durch die Gemeinden. Alle sind bereits informiert“, so Römerland Carnuntum-Geschäftsführer Bernhard Fischer. Demnach hat Moosbrunn bereits den Beitritt beschlossen. Noch ausständig sind die Entscheidungen in Leopoldsdorf, Lanzendorf, Maria Lanzendorf und Himberg.

Sehr unterschiedlich gehen jedenfalls die politischen Parteien mit der Bezirkszusammenlegung um. Bei der SPÖ wird es laut Schwechats Landtagsabgeordnetem Gerhard Razborcan „in unmittelbarer Zukunft keine Zusammenlegung geben“. Die SPÖ arbeite niederösterreichweit an einer Strukturreform. Er betont aber, dass die Zusammenarbeit beider Bezirke bereits jetzt gut funktioniere, da man ja auch in denselben Verbänden vertreten sei.

Bei der ÖVP wird indes bereits seit Jahresbeginn an einer Fusion gearbeitet. Brucks ÖVP-Bezirksobmann Gerhard Schödinger dürfte gute Chancen haben, auch nach den für 2017 geplanten parteiinternen Neuwahlen an der Parteispitze zu bleiben.

Zum Thema

   Politik: Zu den derzeit 13 ÖVP-, 6 SPÖ- und einem Listen-Bürgermeister im Bezirk Bruck kommen durch die Zusammenlegung 9 SPÖ-, 3 ÖVP- und ein Listen-Bürgermeister hinzu.

• Feuerwehr: Bei der Feuerwehr umfasst der Bezirk Bruck derzeit zwei Abschnitte mit 35 Freiwilligen Feuerwehren und zwei Betriebsfeuerwehren.
Schwechat ist ebenfalls in zwei Abschnitte mit 17 Feuerwehren und drei Betriebsfeuerwehren gegliedert. Letztere zählen allerdings mit Flughafen und OMV zu den größten Österreichs.

• Polizei: Bei der Polizei umfasst der Bezirk Bruck derzeit neben dem Bezirkspolizeikommando sechs weitere Dienststellen. In den Schwechater Gemeinden sind es fünf Dienststellen und darüber hinaus das Stadtpolizeikommando Schwechat sowie weitere sechs Dienststellen, darunter die Autobahnpolizei und der Flughafen.