Erstellt am 12. Mai 2016, 05:34

von Josef Rittler

Vom Bauernhof zum Bio-Snack-Experten. Sojabohnen, Sonnenblumen und Kürbisse aus biologischem Anbau: "Landgarten" nimmt neuen Standort in Betrieb.

Ehrung: Kerstin und Herbert Stava mit dem Brucker WK-Obmann Klaus Köpplinger.  |  NOEN, Foto: Rittler

Nach 27 Jahren in der Altstadt wurde am Donnerstag der neue „Landgarten“-Produktionsstandort im Industriegebiet an der Pachfurtherstraße eröffnet. Damit soll der eingeschlagene Expansionsweg für die Landgarten-Produkte, die bereits in über 30 Länder exportiert werden, fortgesetzt werden.

Aktuell werden jährlich an die 600 Tonnen an Sojabohnen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen sowie 100 Tonnen Nüsse und 50 Tonnen Früchte zu Bio-Snacks zum Knabbern und Naschen verarbeitet. Durch den Einsatz hochwertiger Fairtrade-Flüssigschokolade in den neuen Produktionsmaschinen sowie leistungsstärkerer Verpackungslinien soll der Output an Landgarten-Produkten am neuen Standort verdreifacht werden.

Eigener Sojabohnenröster gebaut

Neben der offiziellen Eröffnung, moderiert von Bernhard Fischer, wurde der 55. Geburtstag von Firmengründer Herbert Stava in großer Runde gefeiert. Die 300 Gäste konnten bei Führungen, vom Jubilar persönlich informiert, einen Blick hinter die Kulissen werfen und den komplexen Produktionsablauf vom Rohstoff zur Fertigware mitverfolgen. Begonnen hat alles im Jahr 1986: Der Landwirtschaftsschüler und Bauernsohn Herbert Stava hörte in einem Seminar, dass man auch in Österreich Soja anbauen kann.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Hannes Strobl baute er unter den skeptischen Augen seines Vaters versuchsweise die asiatische Hülsenfrucht auf den familieneigenen Feldern an. Gleichzeitig stellt er den kompletten Hof auf Bio um.

Stava probierte einiges aus, bis er mit seinem Ergebnis zufrieden war. Er versuchte sich an einem geeigneten Röstverfahren für die in Österreich damals weitgehend unbekannten Hülsenfrüchte und experimentierte mit Kaffee- und Getreideröstern. Mit Unterstützung aus der Röstbranche baute er schließlich einen eigenen Sojabohnenröster. Da es etwas Vergleichbares noch nicht gab, wurde das Verfahren patentiert.
1994 war es dann so weit: Zusammen mit seinem Landwirt-Kollegen Hannes Strobl gründete Herbert Stava die Firma „Landgarten“. Nächstes Ziel: die weitere Expansion in neue Märkte unter anderem in Asien.