Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Andreas Fussi

Chinesischer Investor als Retter der WSA?. Nach Zurückziehen des Sanierungsplanvorschlags setzt Masseverwalterin auf Übernahme durch chinesischen Investor.

Bislang konnte der Betrieb in der Werner Schlager Academy ohne Unterbrechung fortgeführt werden.  |  NOEN
Für die Werner Schlager Academy stehen entscheidende Tage bevor. Eine mögliche Rettung der internationalen Tischtennis-Akademie zeichnet sich ab, geht man nach einer Pressemitteilung der WSA.
Zwar wurde der Sanierungsplanvorschlag zurückgezogen und die Schließung angeordnet, aber über eine Auffanggesellschaft mit einem chinesischen Investor soll das Projekt finanziell neu aufgestellt werden. Insolvenzverwalterin Katharina Kolland-Twaroch zeigt sich zuversichtlich für die zweite Chance. Noch seien letzte Details der Übernahme und für die zukünftige Ausrichtung des Welttrainingszentrums auszuarbeiten.

Der Trainingsbetrieb konnte bislang aufrecht erhalten werden. „Wir haben während des Insolvenzverfahrens viele positive Signale von nationalen und internationalen Unterstützern erfahren“, zeigt sich Kolland-Twaroch zuversichtlich, das Projekt unter neuem Namen fortführen zu können. In den nächsten Tagen finden die Verhandlungen über einen Asset Deal zwischen ihr, Vertretern von Gemeinde und Multiversum und dem verbliebenen Kaufinteressenten statt. Geplant sei, dass die fünf derzeit in der WSA beschäftigten Mitarbeiter übernommen werden, ebenso die freiberuflichen Trainer.

Kolland-Twaroch von Lösung überzeugt

Kolland-Twaroch ist überzeugt, dass es zu einer Lösung kommen wird und der chinesische Investor ab 1. April neuer Eigentümer sein werde. Dieser plane, weitere stille Gesellschafter mit ins Boot zu holen. Der zurückgetretene Geschäftsführer Martin Sörös will keine offizielle Funktion einnehmen – „ich werde aber dem Projekt in beratender Form verbunden bleiben.“ Denn: „Ich werde keine Kindesweglegung betreiben.“ Der bisherige Namensgeber Werner Schlager würde an dem Projekt „nicht beteiligt“ sein.

Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Martin Sörös und Werner Schlager ist unterdessen mit einem Schiedsspruch zugunsten von Schlager zu Ende gegangen. Sörös wurde demnach als Geschäftsführer der WSA „mit sofortiger Wirkung abberufen“ – dem Sörös bereits zum Start der Insolvenz mit seinem Rücktritt zuvorgekommen ist.

Werner Schlager zeigt sich erfreut, dass das Schiedsgericht seine Vorwürfe gegenüber Ex-Geschäftspartner Sörös bestätigt habe. Es geht unter anderem um nicht ordnungsgemäße Verrechnung von Spesen und nicht vereinbarte Sponsoringtätigkeiten. Laut Schlager müsse Sörös ihm nun innerhalb von 14 Tagen die Prozesskosten in sechststelliger Höhe zahlen. Das bestreitet Sörös. Er gibt an, gegen den Schiedsspruch zu berufen.

Schlager plant jetzt sein eigenes neues Projekt

Bürgermeisterin Karin Baier möchte die Gerichtsstreitigkeiten nicht kommentieren, ebenso die mögliche Rettung der WSA durch den chinesischen Investor. Sie warte die folgenden Gespräche ab. Sie bestätigt, dass auch ein Kauf des Multiversums Thema sei. Es gebe aber noch weitere Kaufinteressenten.

Werner Schlager kündigt an, selbst sein eigenes Tischtennis-Projekt zu planen, an welchem Standort sei noch nicht fix. „Jene WSA, die Martin Sörös plant, hat nichts mit mir zu tun.“ Sein Zentrum habe das Wissen eines Tischtennisweltmeisters.

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