Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:43

von Otto Havelka

BH-Entscheid für Assmann-Mühle. Bau eines zweiten Silos genehmigt. Zufahrt aber weiter ein Zankapfel.

SP-Bürgermeister Roman Stachelberger und Assmann-Geschäftsührer Andreas Pieler haben unterschiedliche Zukunftspläne.  |  NOEN, Havelka

Für den Geschaftsführer der Assmannmühlen, Andreas Pieler war es ein perfektes Weihnachtsgeschenk, für SP-Bürgermeister Roman Stachelberger eine „schöne Bescherung“: Nach einem jahrelangen Hickhack erhielt das Futtermittelwerk die Bau- und Betriebsbewilligung von der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung für einen neuen Silo auf dem Firmenareal. Dieser wurde nach mehreren Bränden seit rund drei Jahren beantragt.

Für Aufregung sorgt allerdings weniger der Bau eines neuen Silos, sondern die mit der Betriebsbewilligung sanktionierte Zufahrt durch die Franzensthal-Straße. Die schmale Gasse durch Siedlungsgebiet ist die einzige Zufahrt zum Assmann-Werk. Die Anrainer laufen dagegen seit Jahren Sturm. Nicht zuletzt wegen der Proteste gab es immer wieder neue Auflagen für das Unternehmen, die den Bau eines neuen Silos verzögerten.

Mit der nun erteilten Betriebsbewilligung ist auch die Zufahrt genehmigt: 200 Lkw-Fahrten pro Tag durch die Franzensthalstraße sind genehmigt. „Das ist zu viel“, wettert SP-Ortschef Stachelberger. Die Gemeinde habe daher Einspruch gegen die Bewilligung erhoben. Damit kann Pieler zwar seinen Silo bauen, aber vorerst nicht in Betrieb nehmen.

Sache der Gemeinde

Hintergrund des Zwists zwischen Unternehmen und Gemeinde: Seit gut einem Jahr ist eine alternative Zufahrt zum Assmann-Werk von der Landesstraße zwischen Ebergassing und Gramatneusiedl im Gespräch. Um diese zu realisieren, müsste die Assmannmühle ein Grundstück des benachbarten Unternehmens Denso kaufen und eine Brücke bauen. „Wir sind nach wie vor dazu bereit“, beteuert Assmann-Chef Pieler.

Der Ortschef ist skeptisch: Mit der Betriebsbewilligung könne Pieler auf die alternative Zufahrt verzichten. Nun geht es ums Geld: Pieler ist bereit, „das Denso-Grundstück zu kaufen und auch eine Brücke zu bauen.“ Die Verbindung zur Landesstraße sei Sache der Gemeinde. Bürgermeister Stachelberger ist grundsätzlich damit einverstanden, will aber zuerst einen entsprechenden Vertrag auf dem Tisch haben. Das will auch Pieler: „ich kaufe kein Grundstück, wenn die Gemeinde nicht die Zufahrtsstraße garantiert.“