Erstellt am 19. Dezember 2015, 05:53

von Otto Havelka

Neue Chance für das innovative Strohhaus. Der Tiroler Baumeister Wilhelm Neier will das insolvente Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur bringen.

Baumeister Wilhelm Neier und Josef Höller sind optimistisch für eine Neustart des Strohhauses.  |  NOEN, Havelka

Gelöste Stimmung beim Weihnachtspunsch im Strohballen-Musterhaus. Wenn die Gläubiger im Jänner einer Quote von 20 Prozent zustimmen (was aus derzeitiger Sicht wahrscheinlich ist), steht einem Neustart des revolutionären Projektes nichts mehr im Wege.

Fast auf den Tag zwei Jahre ist es her, dass der „Erfinder“ des ersten „lasttragenden Strohballenhauses“, Baumeister Jürgen Höller, bei einem Schiunfall tödlich verunglückte. Kurz zuvor sorgte er mit seinem Strohhaus für Furore. Er entwickelte ein zweigeschossiges Gebäude, dessen Mauern aus Stroh bestehen – ein Haus mit optimalen Dämmwerten, das fast zur Gänze kompostierbar ist. Doch mit seinem Ableben schlitterte das Unternehmen in die Insolvenz. Vater Josef Höller hielt das Werkel am Leben. Von seinerzeit 20 Mitarbeitern blieben noch sechs übrig.

Nun soll es wieder aufwärts gehen: Der Tiroler Baumeister und Inhaber eines Ingenieurbüros in Innsbruck soll neuer Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer der Jürgen Höller GmbH (zu der auch das Strohhaus gehört) werden.

„Die Auftragslage ist gut“, versichert Neier, der sich künftig auf energieeffiziente Sanierungen konzentrieren will. Dazu gehört auch ein neu entwickeltes Wärmedämm-System mit Strohmatten. Auch dafür hat er ein erstes Projekt – ein Dreifamilien-Haus – in Aussicht.