Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:22

von Andreas Fussi und Stefan Obernberger

Einbruch in Apotheke ist jetzt aufgeklärt. Landeskriminalamt NÖ klärt gewerbsmäßige Einbruchsdiebstähle in NÖ und Wien. Auch Wallhofapotheke betroffen.

Apotheker Christian Müller-Uri lobt die Arbeit der Polizei und hinterfragt die Logik von Einbruchsdiebstählen.  |  NOEN, Foto: NÖN
Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich klärten sieben Einbrüche in den Bezirken Baden, Gänserndorf und Wien-Umgebung, sowie in Wien. Aufgeflogen ist ein Quartett aus dem Kosovo nach einem Einbruchsdiebstahl in eine Wiener Trafik und der anschließenden Flucht im Bezirk Gänserndorf. Drei der vier ausgeforschten Verdächtigen konnten dabei vom Einsatzkommando Cobra gestoppt und festgenommen werden. Die Bande soll auch für den Einbruchsdiebstahl am 15. Juni in die Wallhofapotheke in Rannersdorf verantwortlich sein.

Apothekerverbandspräsident Christian Müller-Uri, der am Nationalfeiertag durch die NÖN vom geklärten Einbruch erfahren hat, sieht die Sache prinzipiell mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue er sich „natürlich, dass die Täter gefasst werden konnten“.

Andererseits erwarte er sich jedoch nicht, dass diese mutmaßlichen Einbrecher das nötige Geld nun auch in der Tasche haben, um den verursachten Schaden wiedergutzumachen. „Ich schätze die Arbeit unserer Polizei sehr hoch ein. Menschen, die glauben, anderen Menschen einfach Schaden zufügen zu können, muss man klarmachen, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen haben.“

Apotheker empört: "Das übersteigt meinen Horizont“

Grundsätzlich versteht der Pharmazeut aber nicht, dass „es offenbar Banden gibt, die sich darauf spezialisieren, andere Menschen zu schädigen und ihnen das Leben zu erschweren. Das übersteigt einfach meinen Horizont.“ Es sei doch auch Arbeit im weiteren Sinne. „Nur sind die Früchte dieser Arbeit, nämlich einzubrechen und etwas auf gut Glück zu bekommen, wesentlich weniger erfolgreich, als einer geregelten Arbeit nachzugehen.“

Wahllos durch die Gegend zu marschieren und einen Scherbenhaufen zu hinterlassen, den andere wiederum mühevoll beseitigen müssen, sei unfair und nicht zu tolerieren, hebt der Apotheker hervor.

Übrigens: Dass es sich um dieselben Täter handle, die ein paar Tage zuvor, am 31. Mai, auch in die Schwechater Landschaftsapotheke eingebrochen sind, bezweifelt Müller-Uri. Der Modus Operandi, also die Art und Weise, wie in beiden Fällen vorgegangen ist, „unterscheidet sich drastisch“. Die Ermittlungen durch das zuständige Landeskriminalamt laufen jedenfalls auf Hochtouren.