Erstellt am 18. März 2016, 05:54

von Gerald Burggraf

Vize-Ortschef Jüly verlässt Polit-Bühne. Überraschend | Beruf als Grund für Rückzug aus Gemeinderat. Johannes Stöckl rückt ProM-intern nach. Werner Herbert (FP) neuer Vize?

Statt Christoph Jüly dürfte nun FP-Gemeinderat Werner Herbert als Vizebürgermeister kandidieren.  |  NOEN, Burggraf, privat, Rittler

Aus „rein beruflichen Gründen“ hat sich Vizebürgermeister Christoph Jüly (Pro Margarethen) vergangene Woche aus der Gemeindepolitik zurückgezogen. Erst vor rund einem Jahr folgte er nach den Gemeinderatswahlen auf Michael Kober. Bürgermeister Markus Plöchl (VP) bezeichnet Jüly als Ruhepol der Dreierkoalition. „Seine Entscheidung ist aber zu akzeptieren“, betont er.

Jüly unterstreicht im NÖN-Gespräch, dass es von Anfang an nicht einfach gewesen sei, Beruf und politische Verantwortung zu vereinbaren. „Irgendwann habe ich mir dann die Frage gestellt: Kannst du das die nächsten vier Jahre noch machen? Aus meiner Sicht war es nicht machbar und auch nicht sinnvoll“, so der Bankangestellte.

Nachfolge im Gemeinderat bereits geklärt

Die Zeit als Vize, Jüly war schon bis 2010 einfacher Gemeinderat, sei eine „gute Erfahrung“ gewesen. Er hoffe, dass die Bevölkerung und vor allem seine Wähler Verständnis für den Entschluss aufbringen können. Bei ProM will er sich weiterhin engagieren, „aber nur noch in der zweiten oder dritten Reihe“.

Die Nachfolge des 43-Jährigen im Gemeinderat ist bereits geklärt. Johannes Stöckl wird im Zuge der nächsten Sitzung am 16. März angelobt. Der stellvertretende Parteiobmann ist derzeit der Vertreter Pro Margarethens im Dialogforum des Flughafens Wien-Schwechat.

Unklar ist hingegen, wer Jüly als Vizeortschef nachfolgt. Eine Sitzung am Montagabend (nach Redaktionsschluss) sollte den Koalitionskandidaten bestimmen. Im Vorfeld verdichteten sich die Gerüchte, dass FP-Mann Werner Herbert die Position übernehmen wird. Bei der Wahl zum Vize will aber auch die SPÖ mitreden. Laut Parteichef Michael Grill wird man selbst einen Kandidaten ins Rennen schicken. Wer das sein wird, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.