Erstellt am 21. Dezember 2015, 11:23

von Andreas Fussi

Fernseh-Tod als Gladiator. Schwechater kämpft als Mitglied einer Gladiatorengruppe im Rahmen von Universum-Dreharbeiten. Im NÖN-Gespräch erzählt er über sein Interesse an den Römern.

„Universum History“, „Stadt der Gladiatoren - Carnuntum.“ Im Bild: Kampf in der großen Arena. Zu sehen auf ORF2 am Dienstag, 22.12.2015 um 21:05 Uhr.  |  NOEN, ORF/Interspot Film

Der Schwechater David Oppenauer ist seit heuer begeistertes Mitglied im Team des Archäologischen Parks Carnuntum und absolvierte die Ausbildung zum Kulturvermittler. In diesem Rahmen trat er auch einer Gladiatorengruppe bei und wird demnächst österreichweit bekannt.

Denn im Sommer fanden in Carnuntum Dreharbeiten für eine Universum History Folge über die versunkene Stadt der Gladiatoren statt. Oppenauer war als Statist beteiligt. Zu seiner Überraschung hatte er eine Rolle, in der er aktiv mit einem der Hauptdarsteller des Doku-Films kämpfte und am Ende nach Volksentscheid (Daumen hinunter) getötet wird.

Gladiatorenkämpfe in der Freizeit

Seine Funktion als Kulturvermittler übt er als freier Dienstnehmer mit 50 anderen Personen im Team aus. „In meiner Freizeit nehme ich an Gladiatorenkämpfen teil, so wie andere zum Beispiel Judo machen.“ Er hatte bereits Auftritte beim Römerfest oder bei privaten Geburtstagsfeiern. Höhepunkt war das Gladiatorenfest im August.

„Ich bin ein Geschichts-Fanatiker. Mein Interesse hat mit dem Zweiten Weitkrieg begonnen und verlagerte sich dann auf die römische Geschichte.“ Besonders fasziniert ist Oppenauer über die zeitliche Spannweite mit über 1.200 Jahren von der Gründung Roms bis zum Ende des weströmischen Reiches. „In den ersten 400 Jahren unserer Zeitrechnung lebten die Römer in Carnuntum und auch im Reiterlager Ala Nova, dem heutigen Schwechat. Durch den Regionsbezug ist für mich die Geschichte noch interessanter.“

„Ich erkläre, wie das Leben damals war"

Die Ausbildung zum Kulturvermittler war schwerer als gedacht, erzählt Oppenauer der NÖN. Die Saison selbst dauert noch bis 15. November. Da er einen Fulltime-Job hat, muss er für seine Arbeiten in Carnuntum Urlaub nehmen. Im Hauptberuf ist Oppenauer Angestellter bei VAMED (Erbauer und Betreiber von Gesundheitseinrichtungen).

Als Kulturvermittler erklärt er den römischen Alltag in jener Zeit, buchbar in mehreren Touren, sowie Rätselrallye oder Cäsarentrophy. „Ich erkläre, wie das Leben damals war, wie sie lebten und was die Römer gegessen haben. Ebenso spreche ich über Mode und Hygiene. Ich zeige auch die Gebäude, die wir 2011 im Zuge der Landesausstellung fertig rekonstruiert haben.“

Der Universum-Film wird am Dienstag, 22. Dezember um 21.05 auf ORF 2 gesendet. „Ich bin gespannt, wie die Szene sein wird, ich kenne sie bislang noch nicht.“ Interessant fand er auch, wie der Film hinter den Kulissen funktioniert. „Es war alles sehr familiär“, beschreibt er.

Gladiatoren "waren richtige Spitzensportler"

Im Film wird beschrieben, welche Gladiatoren-Gattungen es gibt. Oppenauer stellt einen Retiarius dar, mit Netz und Dreizack, der meist gegen einen gepanzerten Secutor gekämpft hat. „Der Gladiatorenkampf kommt heutzutage dem Boxen am nächsten – von der Taktik und der Regelaufbereitung“, weiß der Schwechater. Eigentlich wurden die Gladiatoren nicht getötet, räumt er mit einem Irrtum auf, da sie ja von ihren Besitzern bezahlt wurden. Wer hingegen bereit war, mehr als 600.000 Sesterzen (etwa drei Millionen Euro) zu zahlen, der konnte sie töten lassen.

Im Normalfall kam ein Gladiator auf nur zwei bis drei Kämpfe pro Jahr. Dazwischen gab es viel Training oder Erholungsphasen nach Verletzungen. „Das waren richtige Spitzensportler“, so Oppenauer.