Erstellt am 14. Januar 2016, 05:08

von Otto Havelka

Firmensterben sorgt für Polit-Diskussion. Die Eber wollen ein Architekturbüro für die Belebung des Ortskerns engagieren. Die SP hält nichts davon.

Jüngste Firmenschließung: Spar zeigt derzeit wenig Interesse an der ehemaligen Zielpunkt-Filiale.  |  NOEN, Havelka
Mit der jüngsten Schließung der Zielpunkt-Filiale ist die Gemeinde wieder um eine „gewerbliche Ruine“ reicher. „Schön langsam sterben die Geschäfte im Ort aus“, jammern einige Passanten am Hauptplatz.
Bereits seit rund zwei Jahren dümpelt die ehemalige Billa-Filiale am Ortsende in Richtung Schwadorf leer vor sich hin. Und vor allem rund um den Hauptplatz reiht sich ein verwaistes Lokal an das andere: Kaufhaus Allacher, Gasthaus Adamcsak, alte Apotheke, Fleischerei Strauß, die ehemalige Volksbank-Filiale und die Pizzeria in der Leopold Figl Gasse – Besserung ist kaum in Aussicht.

Vor ein paar Monaten präsentierte das Architekturbüro „nonconform“ auf Einladung der „Eber“ ihr Modell für eine Initiative zur Ortskernbelebung – „nonconform“ kann einige erfolgreich Projekte zur Ortsentwicklung mit Bürgerbeteiligung vorweisen.

SP-Bürgermeister Roman Stachelberger zeigte sich von Anfang an skeptisch: Die betreffenden Immobilien sind nicht im Besitz der Gemeinde. Daher mache es keinen Sinn „Konzepte ohne die Eigentümer“ zu entwickeln. Darüber hinaus wären die „zu erwartenden Kosten bis zur Fertigstellung des Konzeptes mit rund 100.000 Euro viel zu hoch“, so Stachelberger.

Neues Offert soll Immo-Wert steigern

Mittlerweile hat Eber-Gemeinderat und Mitglied des Wirtschaftsausschusses Reinhard Ertl ein neues „nonconform“-Offert eingeholt und an die Gemeindeführung weitergeleitet: In einem ersten Schritt sollen Gespräche mit den Lokaleigentümern geführt werden. Kostenpunkt: „Unter 5.000 Euro“. Wenn sie mitmachen, „würde das auch eine Wertsteigerung ihrer Immobilien bedeuten“, ist Ertl optimistisch.

SP-Ortschef Stachelberger kontert: „Um mit den Eigentümern zu reden, brauche ich keine Agentur. Das ist Aufgabe der Gemeinderäte im Wirtschaftsausschuss. Dafür werden sie ja bezahlt.“

Inzwischen häufen sich Spekulationen um das Zielpunkt-Areal. Die Handelskette Spar würde Interesse an dem Standort haben. Spar-NÖ-Geschäftsführer Alois Huber winkt ab: „Wir haben mit der Fertigstellung des Logistikzentrums in Ebergassing alle Hände voll zu tun.“ Auch sei der Spar-Markt im benachbarten Himberg erst großzügig umgebaut worden. Ein für allemal vom Tisch wischen will Huber das Thema allerdings nicht. Es sei aber derzeit „nicht in der ersten Reihe“.