Erstellt am 25. November 2015, 05:53

von Benjamin Mühlbacher

Krampusse machen weiter. Der Krampusverein wurde vom Unfall hart getroffen, er setzt seine karitative Arbeit aber heuer fort.

Wiener Neustädter Krampuslauf  |  NOEN, Stefan Ebersberger

Von dem verheerenden Zwischenfall vor fast genau einem Jahr war der Fischamender Krampusverein schwer getroffen. Der Lauf wurde abgesagt, ein Ende des karitativen Krampustreibens stand im Raum. Die NÖN traf den Obmann des Krampusvereins, Karl Pohl, zum Interview.

NÖN: „Wie geht es Ihnen, wenn sie an die dramatische Zeit vor einem Jahr zurückdenken?“
Karl Pohl: „Es ist nach wie vor eine Katastrophe, weil Andel ein sehr präsenter Mensch war, ich habe ihn auch persönlich gut gekannt. Der Unfall war kurz vor unserem Auftritt, den wir dann abgesagt haben. Wir sind karitativ und wenn so was passiert, dann ist der Spaß vorbei. Dieser Tage haben wir 1.000 Euro an die Familie übergeben.
 

Wie geht der Krampusverein mit der Situation um?
Pohl: „Viele haben gesagt: Hören wir auf, bevor noch was passiert. Nach vielen Diskussionen haben wir aber beschlossen, das Brauchtum nicht sterben zu lassen. Wir haben rund 3.000 Euro Jahresbudget und können so Leuten denen es schlecht geht wirklich helfen.“

Welche Spuren hat der Unfall beim Verein hinterlassen?
Pohl: „In Oberösterreich hat jetzt ein Böller einem Mädchen einige Finger abgerissen. So etwas gibt es bei uns nicht. Wir sind karitativ und wollen Menschen helfen. Deshalb haben auch nur sehr wenige Mitglieder aufgehört.“

Was steht für heuer auf dem Programm?
Pohl: „Wir haben 17 große Auftritte, am 28. November in Fischamend auf der Wiese hinter dem Schüttboden – um das Risiko für Zwischenfälle weiter zu minimieren meiden wir die Straße.“

Zum Thema

• Der Fischamender Krampusverein rund um seinen Obmann Karl Pohl setzt seine Hilfe für Menschen in Notsituationen trotz einiger Bedenken fort.
• 17 Mal werden die Fischamender Krampusse heuer unterwegs sein, am 28. November laufen sie in Fischamend.
• Um das Risiko, dass Unfälle wie jener von Erich Andel wieder passieren könnten, zu vermeiden, werden Straßen gemieden. Der Krampuslauf in Fischamend findet auf der Wiese hinter dem Pecina Schüttboden statt.
• Böller, die Unfälle wie aktuell in Oberösterreich verursachen könnten, sind beim Fischamender Krampusverein tabu.
• Heuer werden Spenden für ein Klosterneuburger Kind gesammelt.