Fischamend

Erstellt am 07. April 2017, 05:12

von Gerald Burggraf

Trauer um Alt-Pfarrer Wilhelm Müller. Ehemaliger Fischamender Kirchenmann erlag einer kurzen schweren Krankheit. Er wirkte von 1994 bis 2008 in der Stadt.

Wilhelm Müller wurde erst mit 50 Jahren zum Priester geweiht.  |  privat

Fast 30 Jahre arbeitete der gebürtige Wiener Wilhelm Müller in der Fabrik der Firma Simmering-Graz-Pauker (SGP) im 11. Bezirk. Doch der gelernte Stahlbauschlosser sollte schließlich ein Spätberufener im Dienste der katholischen Kirche werden.

Im Jahr 1983 legte er an der Universität Wien die Berufsreifeprüfung ab und absolviert dort ein Theologie-Studium. Bereits ein Jahr nach seinem Wechsel auf die Hochschule besucht er das Priesterseminar in Wien, 1989 wird er Diakon. Zwei Jahre verbringt er daraufhin in der Pfarre Ober St. Veit, 1991 wird der damals 50-Jährige zum Priester geweiht. Drei Jahre ist der dann als Kaplan in der Pfarre Alt-Simmering tätig, bis er im Jahr 1994 nach Fischamend beordert wird.

Ehrenring der Stadt wird überreicht

Es dauert ein wenig, bis er in der Fischastadt ankommt, doch am Ende sollte er 14 Jahre bleiben. In dieser Zeit findet er viele Freunde und bringt sich aktiv ins Vereinsleben ein. So war er bis zuletzt Feuerwehrkurat und Mitglied bei den Jägern. Doch nicht nur auf persönlicher Ebene wächst Müller den Fischamendern ans Herz.

In seine Priesterzeit fallen die Sanierungen der Dorf- und der Markt-Kirche. Im Jahr 2008 verabschiedet sich Müller in den Ruhestand. Zu diesem Anlass wird ihm der Ehrenring der Stadt überreicht. Auch in seiner Pension, für die er nach Wien zurückkehrt, ließen ihn Fischamend und die Region nicht los. So feierte er erst seinen 76. Geburtstag beim Heringsschmaus der Raiffeisenbank in Schwechat.

Am 16. März stirbt der ehemalige Fischamender Pfarrer nach kurzer schwerer Krankheit. Am Requiem in der Markt-Kirche nimmt sogar Kardinal Christoph Schönborn teil. Wilhelm Müller wird anschließend im Priestergrab am Dorf-Friedhof beigesetzt.