Erstellt am 04. April 2016, 11:03

von APA/Red

Flughafen Wien modernisiert um bis zu 500 Mio. Euro. Der Flughafen Wien modernisiert und erweitert die Terminals. Dafür sind maximal 500 Mio. Euro vorgesehen, teilten die Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner am Montag vor Journalisten mit.

Flughafen Wien-Schwechat  |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening
Konkret sollen der zentrale Terminal 2 sowie der Pier Ost modernisiert werden, zusätzlich soll im Süden des Terminals 3 auf der Seite des Rollfeldes ein neues mehrstöckiges Gebäude entstehen. In diesem werden eine zentrale Sicherheitskontrolle sowie Shopping-und Gastronomieflächen untergebracht. Wenn die Vorhaben einmal verwirklicht sind, wird der Flughafen zwei zentrale Sicherheitskontrollen - im Terminal 2 und im neuen Gebäude - haben, die Sicherheitschecks an den Gates B, C und D werden abgeschafft. Hinter den Sicherheitskontrollen wird der Wechsel von Terminal zu Terminal frei sein. Das soll auch Transfers vereinfachen.

Mit dem Ausbau wird die Shopping- und Gastrofläche von derzeit rund 20.000 Quadratmetern um die Hälfte auf rund 30.000 Quadratmeter erweitert. Der Erlös des Flughafens pro Passagier soll von zwei auf drei Euro steigen - entsprechend sollen auch die Einnahmen des Flughafens aus diesem Posten von derzeit 45 Mio. Euro jährlich zulegen. In der Nähe des Pier West sollen drei neue Gepäcksausgabebänder entstehen. Der Flughafen verspricht aber auch mehr freie Warteräume, bis zu 4.000 Quadratmeter an zusätzlichen Lounges, Gebetsräume und Kinderspielplätze. Der Flughafen-Vorstand geht davon aus, dass für den Umbau keine UVP nötig ist. Auch mit der künftigen dritten Piste gebe es keinen Zusammenhang.

Planungsphase startet

Nun startet eine Planungsphase, die zwischen 18 und 24 Monaten dauern wird und bis zu 39 Mio. Euro kosten darf, dann wird mit dem Umbau begonnen. Daher muss auch die zweistöckige Abfertigung des Airbus A380 bis Ende 2019 warten, auch wenn das größte Passagierflugzeug der Welt ab Juni 2016 in Wien landet. Dafür hofft der Flughafen-Vorstand, nach dem Umbau auch noch den fünften Stern in der Qualitätsbewertung von Skytrax zu ergattern.

Die Finanzierung des Projekts sei aus dem Cash-flow zu machen, so Ofner. Durch den Umbau erwartet sich das börsennotierte Unternehmen eine höhere Rendite - alleine die Investitionen im Shopping-Bereich hätten eine Verzinsung von 9 Prozent. Aus der Erfahrung mit dem Bau des Piers Skylink klüger geworden, habe man diesmal die Bauabteilung neu aufgestellt: Die Experten wurden selber bestellt, der Flughafen werde mit einer Tochtergesellschaft den Bau organisieren und dazu gebe es einen Baubeirat mit dem bisherigen Projektleiter Norbert Steiner, Florian Fischer, der beim Flughafen München mitgeplant hat und Georg Michael Vavrovsky, Planer der ÖBB Infrastruktur, der schon "30 Milliarden Euro verbaut" habe, ohne dass ein einziges Projekt schiefgegangen wäre.

Keine Ausschreibung für Architekturdesign

Nach Abschluss der Planung werden keine Änderungen mehr zugelassen, auch gebe es keine Ausschreibung für das Architekturdesign, da eine solche zu Zeitverzögerungen führe und "in die falsche Richtung" führen könne, versicherte Ofner. Der 2012 eröffnete Skylink hätte laut Planung von 2002 maximal 400 Mio. Euro kosten sollen, am Ende waren es gut 800 Millionen.

Den Versuch des australischen Pensionsfonds IFM seine Beteiligung am Flughafen von 29,9 Prozent um weitere 10 Prozent aufzustocken, sieht Ofner "mit einem großen weinenden und einem kleinen lachenden Auge". Der Anteil der freien Aktien würde dadurch von 20 auf 10 Prozent fallen, was "weder für die Gesellschaft noch für die Aktie wünschenswert" sei. Andererseits sei es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn IFM bereit sei, 100 Euro je Anteilsschein zu zahlen.

Allerdings könne man ein Fragezeichen dazu setzen, ob die 100 Euro überhaupt ein "guter und ausreichender Preis" seien, da der Flughafen Wien vor weiterem Wachstum mit überproportionalem Gewinnanstieg stehe. Weder der Flughafen noch die anderen Aktionäre seien über das Angebot vorab informiert worden, dadurch "mag es auch zu Verstimmungen gekommen sein, die nicht so leicht auszuräumen sind", so Ofner.