Erstellt am 22. September 2015, 19:08

von Gerald Burggraf und Stefan Obernberger

FP-Gemeindeblatt verärgert ÖAMTC. Auf dem aktuellsten Gemeindekurier der FPÖ Himberg ist als Titelbild ein groß in Szene gesetzter Christophorus-Rettungshubschrauber zu sehen. Diese Bilderwahl stößt dem ÖAMTC sauer auf, man fühlt sich politisch vereinnahmt. Bei den Freiheitlichen dementiert man derlei Absichten.

Symbolfoto  |  NOEN, Stefan Obernberger
„ÖAMTC und ÖAMTC-Flugrettung sind politisch unabhängig. Daher sprechen wir uns dezidiert gegen jegliche politische aber auch werbliche Vereinnahmung aus“, gibt ein ÖAMTC-Sprecher auf NÖN-Anfrage zu Protokoll.

No-Go: ÖAMTC setzte Rechtsabteilung in Kenntnis

x  |  NOEN, FPÖ
Anlass für die Aufregung bei der Flugrettung ist der aktuelle Himberger Gemeindekurier. Denn dort ist in Verbindung mit der Geschichte „Bodenmarkierung für Rettungshubschrauber“ bereits auf der Titelseite ein  Christophorus-Rettungshubschrauber abgebildet.

Für den ÖAMTC ein No-Go, weshalb man sogar die eigene Rechtsabteilung über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt hat und sich rechtliche Schritte vorbehält.
 
Bei den Freiheitlichen reagiert man überrascht. „Es war keinesfalls unsere Absicht den ÖAMTC politisch zu vereinnahmen. Wenn das Gefühl dazu aufgekommen ist, dann tut es mir leid“, betont der Himberger FPÖ-Obmann Sascha Csida im NÖN-Gespräch.

Hintergrund der Titelseite sei das Thema Bodenmarkierungen gewesen. „In Himberg landen die Rettungshubschrauber immer an denselben Stellen. Aus der Bevölkerung kam die Idee diese Bereiche zu markieren, damit die Piloten nicht immer über den Ort kreisen müssen, bevor sie landen“, erläutert er weiter.

„Wir wollten den ÖAMTC keinesfalls vereinnahmen“

Zum Thema passend habe er dann zur Finalisierung des Gemeindekuriers der Landesgeschäftsstelle den Vorschlag unterbreitet einen Rettungshubschrauber als Blickfang auf die Titelseite zu setzen. In der Parteizentrale wäre das Bild dann ausgesucht worden.

Letztverantwortlich war FP-Landesparteisekretär Christian Hafenecker. Er argumentiert ähnlich wie Csida. „Wir wollten den ÖAMTC keinesfalls vereinnahmen. Es musste aber ein thematisch passendes Bild sein“, erklärt er.
 
Aufgrund der Monopolstellung des ÖAMTC bei der Flugrettung in Niederösterreich sei eben nur ein Christophorus-Hubschrauber infrage gekommen. Außerdem meint Hafenecker, dass man hier die Kirche im Dorf lassen solle: „Wenn der Landeshauptmann oder ein anderer Politiker von ÖVP oder SPÖ mit einem ÖAMTC-Rettungshubschrauber abgebildet sind, hat man damit ja auch keine Probleme.“