Erstellt am 02. Oktober 2015, 06:37

von Andreas Fussi und Stefan Obernberger

FPÖ nach Wahl im Aufwind. Erdrutschsieg der FPÖ bei Landtags- und Gemeinderatswahlen in Oberösterreich lässt Schwechats Politiker nicht kalt. SP-Bezirkschef Razborcan fordert Neuausrichtung der SPÖ.

NOEN, zVg

Von einem politischen Erdbeben und einem historischen Wahltag in Oberösterreich sprachen die einen, von einer Wahl in einem Ausnahmezustand mit kaum landesparteilichem Inhalt die anderen. Zwar konnte die ÖVP trotz Stimmenrückgang stimmenstärkste Partei bleiben, dicht gefolgt jedoch von der freiheitlichen Partei. Auch die SPÖ musste ein Rekordtief von unter 20 Prozent einstecken. Die Grünen legten einen Prozentpunkt zu, die NEOS schafften den Sprung in den Landtag nicht.

Watsch‘n vom Wähler abgefangen

Doch wie sehen Schwechats Bezirkspartei-Obleute das Wahlergebnis in Oberösterreich? Seitens der ÖVP zeigt man sich enttäuscht, aber nicht überrascht, was ihre Schlappe betrifft. Landtagsabgeordneter Lukas Mandl kommentiert das Ergebnis knapp: „Erwartet, wenn auch nicht erfreulich“. Raten möchte er seinen Parteifreunden aktuell prinzipiell nichts, „außer die Motivation nicht zu verlieren, mit voller Energie für ihr Land zu arbeiten, auch wenn sie jetzt eine Watsch‘n vom Wähler abgefangen haben, die eigentlich nicht ihnen gegolten hat.“ Was die Wien-Wahl betrifft, meint er: „Wirklich wählbar ist dort nur die ÖVP. Meine Prognose ist aber, dass die SPÖ mehrere Prozentpunkte vor der FPÖ liegen wird, bei den Grünen wird sich nicht viel ändern, die ÖVP wird zweistellig, die Neos werden einstellig“, so Mandl.

Landtagsabgeordneter Gerhard Razborcan zeigt sich enttäuscht, dass die angekündigte Niederlage eingetreten sei. Die SPÖ werde jetzt eine Neuausrichtung brauchen, meint er. Wien sei eigens zu bewerten, sagt er. „Ich habe das Gefühl, dass das Flüchtlingsthema dort geringer ist.“ Die SPÖ werde klare Nummer Eins bleiben.

„In Wien ist ebenfalls ein Erdrutsch möglich"
Wolfgang Zistler, FPÖ

Wolfgang Zistler von der FPÖ, der mit dem Ergebnis in OÖ gerechnet hat, ist optimistisch: „In Wien ist ebenfalls ein Erdrutsch möglich, wobei sogar Platz Eins in greifbarer Nähe ist. Ganz sicher bin ich mir aber, dass wir über die 30 Prozent springen.“ Brigitte Krenn von den Grünen: „Der Trend hat sich fortgesetzt: Die bisherigen Großparteien wurden abgestraft und die FPÖ ist der große Gewinner.“ Ihr Tipp für die Wahl in Wien am 18. Oktober: „Es ist zu befürchten, dass das Ergebnis ähnlich ausfallen wird, nur schwarz und rot eben vertauscht.“

Einzig überrascht vom Wahlergebnis dürfte Norbert Etz von den NEOS gewesen sein. „Mit einem Einzug in den Landtag hatte ich persönlich aufgrund der Umfragewerte an sich schon gerechnet“, stellt er klar. Doch in Wien geht Etz von einem Einzug in das Rathaus aus.