Erstellt am 23. Dezember 2015, 12:51

„Für eine Rampe ist es zu steil“. Auflagen erfüllt | Das Schwechater Kindermodengeschäft „Kleiner Sonnenschein“ hat eine funkgesteuerte Glocke für Rollstuhlfahrer installiert und ist im Verkaufsraum und im Spielbereich barrierefrei.

Geschäftsinhaberin Martina Stiegler hilft ihren Kunden gerne über die Eingangsstufe des Kindermodengeschäfts »Kleiner Sonnenschein«.  |  NOEN, Brigitte Wimmer
Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren barrierefreie Unternehmen in Niederösterreichs.

Barrierefreie Wirtschaft: Teil 4

„Leider ist der Gehsteig vor meinem Geschäft zu schmal, um eine Rampe zu bauen“ erklärt Martina Stiegler, Inhaberin des Kindermodengeschäfts „Kleiner Sonnenschein“ in der Brauhausstraße 2a. Eine bewegliche Rampe würde aber zu steil und somit zu gefährlich sein für einen Rollstuhlfahrer.

Ihre Auflagen zur bestmöglichen Barrierefreiheit wurden von der Wirtschaftskammer überprüft, und diese hat Stiegler alle erfüllt.

Für sehbehinderte Menschen hat sie die Stufe am Eingang mit einer gelben Signalfarbe markiert und an der Glastüre wurde in Sichthöhe ein breiter und ein schmaler Streifen angebracht, um den Eingangsbereich sichtbarer zu gestalten.

Alle Elemente in den Räumen des Kindermodeshops sind verschiebbar und der Zugang zu den Waren ist für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen kein Problem. Die Baby- und Kinderkleidung hat Stiegler in erreichbarer Höhe aufgelegt.

Jederzeit steht die Geschäftsfrau bereit, um ihre Hilfe anzubieten. Und für den Fall, dass sie sich im Lagerraum befindet, gibt es eine Glocke am Eingang.

Firmeninfos

„Kleiner Sonnenschein“
Kindermodengeschäft
Brauhausstraße 2a
0680/1433 599


Wussten Sie schon?

Was heißt Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude, Geschäfte, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und IT-Systeme von Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Warum Barrierefreiheit?

Damit Menschen mit Behinderung
nicht diskriminiert werden („Diskriminierungs-Schutz“). Die zehnjährigen Übergangsbestimmungen des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes laufen mit 31. 12. 2015 aus. Ab 1. 1. 2016 müssen alle Betriebe barrierefrei sein, sofern die Beseitigung der Barrieren zumutbar ist.

Wer muss barrierefrei sein?

Das Behindertengleichstellungsrecht gilt für alle Unternehmen,
die Güter und Dienstleistungen anbieten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dazu zählen Banken, Handelsbetriebe, Hotels, Gastronomiebetriebe, Busunternehmer, Reisebüros, Kinos, Friseure und viele mehr.



Mehr Infos:  wko.at/noe/barrierefreiheit