Erstellt am 22. Juni 2016, 04:45

von Jutta Hahslinger

Gepäckdieb: „Gutes Geschäft am Airport“. Gericht - Am Flughafen Schwechat machten Gepäckdiebe fette Beute: Sie erbeuteten Schmuck einer Russin im Wert von 100.000 Euro.

Der Flughafen wurde von den Beschuldigten bereits mehrfach für ihre Diebestouren angesteuert.  |  NOEN, Burggraf

Wenn die Möglichkeit besteht, greife ich zu. Ich stehle gerne Taschen, es ist wie ein Hobby“, gibt der 34-jährige Albaner Enver B. vor Gericht zu. Einschlägige Vorstrafen in Deutschland und Belgien belegen seine Vorliebe für Gepäcksdiebstähle.

Er sieht darin offenbar auch nichts Schlimmes: „Es ist doch kein Raub oder Mord. In Italien ist das kein Verbrechen.“

„In Österreich schon“, stellt der Ankläger klar und fordert eine strenge Strafe dafür, dass der 34-Jährige mit zwei untergetauchten Kumpanen am Flughafen das Gepäckstück einer russischen Geschäftsfrau gestohlen hat. Darin befand sich Schmuck im Wert von 100.000 Euro.

Mit den erbeuteten Kreditkarten hatte das Trio weniger Glück – das Opfer hatte sie rechtzeitig sperren lassen und der Schmuck war zum Glück versichert.

Der Abstecher nach Schwechat kommt B. teuer: Er wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: 24 Monate, davon muss er acht Monate hinter Gittern absitzen.

Ein untergetauchter Mittäter, der 46-jährige Xheva K., ging der Polizei einige Monate später ins Netz. Der bislang unbescholtene K. legt vor Gericht ein reumütiges Geständnis ab und gibt im Zuge dessen auch preis: „Am Flughafen machen wir immer ein gutes Geschäft“.

K. wird schließlich zu 15 Monaten, davon muss er fünf Monate absitzen, verurteilt.