Erstellt am 31. Mai 2016, 16:04

von Gerald Burggraf

Evonik sperrt Para-Chemie zu. Der Worst-Case eines „Marienthal zwei“ ist nun doch eingetreten. Sämtliche Befürchtungen von SP-Bürgermeisterin Erika Sikora haben sich bewahrheitet. Der deutsche Konzern „Evonik“ schließt die Para-Chemie in Gramatneusiedl.

Evonik sperrt Para-Chemie zu  |  NOEN, Gerald Burggraf
Bereits Anfang des Jahres versuchte die Ortschefin in der Zentrale in Essen die massiven Auswirkungen auf ihre Gemeinde durch ein Aus der Evonik-Tochter kundzutun. So schrieb sie etwa in einem Brief an den Konzernvorstand: „Es wäre ein herber Schlag, auch in Hinblick auf die Marienthaler Geschichte. Sehr viele Bürger wären betroffen und für ihre Familien bedeutete ein Ende von Evonik eine Katastrophe.“
 
Doch am Ende halfen alle Rettungsversuche seitens der Kommune nichts. In einer Aussendung gab Evonik heute bekannt, dass Werk mit 31. Dezember 2017 zu schließen. Davon sind rund 180 Mitarbeiter betroffen. Bis dato diente das Industriegelände auf den altehrwürdigen Gründen Marienthals als Standort für die Kunststoffproduktion für Fassadenverkleidungen, Lichtkuppeln oder Möbelfronten.

Schließung zum Jahresende 2017

 Begründet wird die Schließung mit dem „intensiven und weiter zunehmenden Wettbewerb auf dem Markt“. Der dadurch gegebene hohe Preisdruck lasse ein nachhaltig wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr zu. Mögliche Alternativen seien geprüft aber für nicht umsetzbar eingeschätzt worden. „Die Schließung zum Jahresende 2017 ist unsere einzige verbleibende Möglichkeit. Unseren Kunden sichern wir weiterhin eine sorgfältige Ausführung der Aufträge zu“, erklärt Martin Krämer, Leiter des Geschäftsgebiets Acrylic Products bei Evonik.
 
Sämtliche Auffangsysteme für die ab Ende 2017 arbeitslosen Para-Chemie-Mitarbeiter sollen nun mit dem Betriebsrat verhandelt werden. Sobald es konkrete Details gebe, will man die Öffentlichkeit informieren, wie Magdalena Wagner, Arbeitsdirektorin der Evonik Performance Materials, festhält. Beinhaltet werden neben einem Sozialplan auch Angebote zur Übernahme in andere Standorte in Österreich und Deutschland sein oder eine Arbeitsmarktstiftung. In Gramatneusiedl selbst soll die Betriebsfläche so zurückgebaut werden, dass das Gelände auch nicht-industriell nutzbar wäre.