Gramatneusiedl

Erstellt am 06. Juli 2016, 05:00

von Theresa Puchegger

Fellner löst Vetter als Vizebürgermeis ter ab. Gemeinderat wählt Julius Fellner („Gramat Voran“) zum neuen Vize. Stephan Milalkovits rückt in Gemeindevorstand nach.

„Gramat Voran“-Gemeinderat Julius Fellner wurde zum neuen Vizebürgermeister gewählt.  |  Burggraf

Seit der Gemeinderatssitzung vom 29. Juni ist es offiziell: Die Koalition zwischen SP und FP ist Geschichte. Zu groß war die mediale Aufregung um FP-Vize Markus Vetter in den vergangenen Wochen, woraufhin sich die Roten zum Entzug des eigentlich der SP zustehenden Mandates im Gemeindevorstand entschlossen (die NÖN berichtete).

Gleichzeitig wurde mit „Gramat Voran“ eine neue Koalition geschlossen. Die SP-nahe Bürgerliste hatte sich kurz vor den Gemeinderatswahlen 2010 als Alternative zu den Sozialdemokraten gebildet, in den darauffolgenden Jahren war man nicht immer gut aufeinander zu sprechen. Doch diese Zeiten scheinen vorbei.

„Gramat Voran“ will jedenfalls „diese Verantwortung sehr ernst nehmen, entsprechend demokratischen Regeln und moralischen Werten“. Man wolle konstruktiv an der Weiterentwicklung der Gemeinde mitarbeiten und freue sich auf die neue Herausforderung.
Und auch SP-Bürgermeisterin Erika Sikora zeigt sich optimistisch: „Ich hoffe, dass nun wieder etwas Ruhe in unseren Ort einkehrt und bin sehr froh, dass nicht zuletzt auch bei der Wahl des neuen Vizebürgermeisters alles sehr ruhig abgelaufen ist.“

Das oberste Gebot wird es nun sein, von den negativen Schlagzeilen wegzukommen.“ Vizebürgermeister Julius Fellner („Gramat Voran“)

Möglich machte dies nicht zuletzt auch die Tatsache, dass Ex-Vize Vetter sich für die Sitzung entschuldigen ließ. Sein Nachfolger Julius Fellner wurde von 15 der 17 anwesenden Gemeinderäte gewählt. „Wir haben mit der SPÖ eine gemeinsame Lösung gefunden, um diese unangenehme Situation zu bereinigen. Oberstes Gebot ist es nun, von den negativen Schlagzeilen wegzukommen“, so Fellner.

Ungereimtheiten, die den ehemaligen SP-Gemeinderat vor Jahren dazu veranlasst hatten, sich von der Partei zu trennen, seien heute kein Thema mehr: „Wir können uns eine Zusammenarbeit wieder vorstellen. Die Zeit hat sicher dazu beigetragen.“ Das Hauptaugenmerk der neu gebildeten Koalition liege nun vor allem auf dem Finden von Lösungen. „Wir haben aber auch jetzt schon den Großteil gemeinsam im Gemeinderat beschlossen“, ist Fellner zuversichtlich.

Als besondere Herausforderung sieht er den durch das Aus der Para-Chemie zusätzlich belasteten Finanzhaushalt der Gemeinde: „Ich würde gerne alle Projekte umsetzen, ohne mehr Geld auszugeben als wir haben, aber das wird schwer sein.“

In den Gemeindevorstand rückt SP-Jugendgemeinderat Stephan Milalkovits nach, er wurde einstimmig gewählt.
Mit dem Personalwechsel in der Gemeindespitze ist nun aber nicht nur Ruhe, sondern auch neue Zuversicht in die Gramater Kommunalpolitik eingekehrt. Die Opposition gibt sich jedenfalls hoffnungsvoll, dass sich die Zusammenarbeit mit der Gemeindeführung nun verbessern werde. „Wir haben mit ‚Gramat Voran‘ bisher gut zusammengearbeitet. Wir hoffen, dass das so bleibt und dass wir uns in Zukunft mehr einbringen können“, meint VP-Ortsparteichef Patrick Rosner. Und auch Grünen-Gemeinderat Sebastian Schirl-Winkelmaier zeigt sich prinzipiell erfreut: „Ich begrüße die längst überfällige Neuwahl.“ Er hoffe, dass „diese Koalition länger hält als die letzte“, spielt er auf die Differenzen von SP und „Gramat Voran“ in der Vergangenheit an.