Erstellt am 26. Februar 2016, 05:49

von Benjamin Mühlbacher

Historischer Chor. Der älteste Verein aus Gramatneusiedl feiert heuer rundes Jubiläum und ist kein bisschen leise.

Der Gesangesverein „Geselligkeit“ mit Obmann Wolfgang Szuchar (r.) und Chorleiterin Birgit Selhofer (vorne Mitte) hat noch viel vor.  |  NOEN, privat

Will man die Geschichte von Gramatneusiedl erzählen, kommt man an der Marienthaler Fabrik nicht vorbei. Sie bestimmte das Leben des Ortes und den Taktschlag der Region. Marienthal war das Herz der Gegend. Aber nicht nur die Fabrik hatte maßgeblichen Einfluss auf die gesellschaftliche Struktur der Region. Im Jahr 1866 gründete sich ein Verein, der bis heute besteht und der älteste des Ortes ist. Ein Verein, der sich im Laufe der Jahre an den gesellschaftlichen Wandel angepasst hat und heute aus dem modernen Gramatneusiedl nicht mehr wegzudenken ist. Die Rede ist vom Gesangsverein „Geselligkeit“ Marienthal-Gramatneusiedl.

Aus dem 1866 gegründeten „Dilettanten-Verein Marienthal“ entwickelte sich als fünftältester Verein der Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal der „Männer-Gesang-Verein ‚Geselligkeit‘ Marienthal“. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts nahm der Verein auch Frauen auf, nicht zuletzt aus Mangel an männlichen Mitgliedern.

Partnerschaften zu anderen Chören intensivieren

„Wir versuchen, ein breites musikalisches Repertoire anzubieten“, erzählt Vereinsobmann Wolfgang Szuchar der NÖN. Chorleiterin Birgit Selhofer hat mit ihren Projekten für den Chor sehr gute Arbeit geleitet. Sie hat das Projekt Gospelkonzerte ins Leben gerufen und damit für ein Highlight im Jahresplan gesorgt. Dieses Projekt wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und bindet viele Sänger und Chöre ein. Allein im vergangenen Jahr wurde ein Konzert mit insgesamt 60 Sängern und dem Partnerchor „Village Voices“ aus Rauchenwarth realisiert.

„Diese Gospelkonzerte sind immer ein Höhepunkt für uns, da diese Form der Musik sehr emotional ist“, sagen Obmann Wolfgang Szuchar und Birgit Selhofer unisono. Was den Chor aus Gramatneusiedl so einzigartig mache? Neben einer Integrationsfunktion für Zugezogene spüre man die Verantwortung, sagt Szuchar. „150 Jahre kommen nicht von ungefähr. Viele großartige Sänger sowie Chorleiter haben hier ihre Spuren hinterlassen.

„Der Chor hat aktuell 24 Mitglieder, auch unsere letzten Auftritte haben gezeigt, dass wir einfach Spaß am Singen haben. Jetzt wollen wir auch die Partnerschaften zu den Chören aus der Umgebung intensivieren“, so Wolfgang Szuchar. Er kann sich vorstellen, gemeinsam an großen Partituren oder Opernstücken zu arbeiten, für die ein einzelner Chor zu klein wäre. Der erste Schritt ist mit dem Gospelkonzert schon erfolgreich getan.