Erstellt am 09. September 2015, 06:37

von Benjamin Mühlbacher

Große Hilfe ohne Ende. Mit einer Vorlaufzeit von nur drei Tagen organisierte die Help Alliance unter Vivien Spohr eine Hilfsaktion für die Asylwerber in der Gerätehalle Nordost.

Wüsste man nichts über die schrecklichen Tatsachen die diesem Foto zugrunde liegen, man könnte meinen, die Welt sei in Ordnung. Am Wiener Flughafen kommt man dem zumindest einen kleinen Schritt näher und macht, gemeinsam mit der Help Alliance und Vivian Spohr, das Leben der Flüchtlinge mit Isomatten ein klein bisschen einfacher.  |  NOEN, Pepo Schuster

Am Rande des Flughafengeländes spielen sich in diesen Wochen ergreifende Szenen ab. Der Airport bringt in der Gerätehalle Nordost aktuell über 200 Flüchtlinge unter und leistet so seinen Beitrag zur Entspannung der Flüchtlingssituation in Österreich. Betreut werden die Flüchtlinge vom Flughafenpersonal selbst und vom Roten Kreuz, die Hilfsorganisation übernimmt dabei die medizinische Betreuung, die Flughafenmitarbeiter fungieren als Dolmetscher.

x  |  NOEN, Pepo Schuster

„Es sind 10 bis 15 Personen im Schichtbetrieb im Einsatz“, sagt Flughafensprecher Peter Kleemann gegenüber der NÖN. „Es sind Mitarbeiter die im Normalbetrieb an der Sicherheitskontrolle stehen und über die notwendigen Sprachkentnisse verfügen“, so Kleemann weiter. Auch die Flughafenfeuerwehr stellt ihre Kräfte zur Verfügung. In der vergangenen Woche sind auch die ersten Deutschkurse am Airport angelaufen.

Help Alliance leistet wichtigen Beitrag

Für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte dieser Tage ein besonderer Gast. Mit Vivien Spohr, Gattin des Lufthansa Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr, war die Schirmherrin der Help Alliance zu Gast in Schwechat und verteilte an die Flüchtlinge rund 250 Isomatten. Angesichts der fallenden Temperaturen wird das Leben der rund 200 Flüchtlinge so deutlich erleichtert.

Unterstützt wurde sie von Mitarbeitern der AUA, dem Flughafen Wien und dem Roten Kreuz. Sie haben die Verteilung unter den Asylwerbern direkt vor Ort organisiert und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.Der Einsatz der Help Alliance entstand eigentlich durch einen Zufall: Ein Mitarbeiter der karitativen Organisation war vor kurzem zufällig in Wien und wurde von einem AUA-Mitarbeiter angesprochen.

Von der Idee begeistert, benötigte es ab diesem Zeitpunkt nur noch drei Tage, bis die Hilfe in Schwechat anlief und die Help Alliance aktiv werden konnte.

„Es kommt auf die Umsetzungskraft an
und nicht nur auf große Worte.“
Peter Thier AUA Sprecher

Zurück in die Gerätehalle Nordost: Auch Peter Thier, Sprecher der Austrian Airlines, trägt seinen Teil zum Gelingen der Spendenaktion bei. Er findet treffende Worte für die Situation vor Ort: „Ich kann nur jedem empfehlen so etwas einmal mitzuerleben. Dann sieht man, dass hier normale Menschen landen und keine Verbrecher unterwegs sind. Viele Menschen müssen wegen des Krieges in ihrer Heimat ihr Hab und Gut zurücklassen. Wenn man realisiert was hier los ist, löst das eine enorme Hilfsbereitschaft aus. Spätestens dann wird jedem klar in welchem Überfluss wir eigentlich leben und die Flüchtlinge haben nichts, nicht einmal ein Bett. Das Rote Kreuz organisiert den Tagesablauf im Lager perfekt. Die Menschen sind extrem dankbar. Man kann auch dem Flughafen nur gratulieren, man sieht, dass es nicht schwer ist, eine Halle zu organisieren und auszuräumen. Es kommt auf die Umsetzungskraft an und nicht nur auf große Worte“, sagt Peter Thier zur NÖN.

Der SV Schwechat hat unterdessen die Flüchtlinge zu ihren Heimspielen eingeladen, gratis versteht sich. Das ist menschliche Hilfe.