Erstellt am 09. September 2015, 11:43

von Andreas Fussi

Igel „Alaba“: Kindergartenkind als Retter. Neue Details zu Igelmännchen „Alaba“: Kindergartenkind rettete dem „Stachelritter“ das Leben.

Clemens K. und Betreuerin Silvi bei dem Tor, in dem Igel "Alaba" gefangen war.  |  NOEN, Wiener Tierschutzverein
Im Zuge des Falls um den vom Wiener Tierschutzverein geretteten Igel „Alaba“ (siehe auch den ersten NÖN.at-Bericht unten) kamen nun die genauen Details des Rettungseinsatzes ans Licht.

x  |  NOEN, Wiener Tierschutzverein


Das junge Igelmännchen, das sich in einem Fußballnetz verfangen hatte, verdankt seine Rettung den Kindern des Pfarrkindergartens Zirkelweg in Schwechat.

Die Kinder spielten gerade im Garten, als plötzlich der fünfjährige Clemens K. seine Kindergartenpädagogin aufgeregt darüber informierte, dass sich im Fußballtor ein Tier verfangen habe.

Die Pädagogin eilte mit zwei Assistentinnen sofort zu Hilfe, konnte den „Stachelritter“ aus dem Tor herausschneiden und alarmierte umgehend den Wiener Tierschutzverein. Wie bereits bekannt, wurde „Alaba“ danach von den WTV-Tierärztinnen zur Gänze von dem Netz befreit.

 

Ohne das beherzte Einschreiten des jungen Clemens wäre der Igel vermutlich nicht so schnell oder vielleicht auch gar nicht entdeckt worden. „Clemens ist der Held des Tages. Der WTV möchte sich ganz herzlich bei ihm und dem gesamten Team des Kindergartens Zirkelweg für ihr beherztes Eingreifen bedanken.

Zudem ist dieser Fall ein äußerst positives Beispiel dafür, dass Tierschutzarbeit bei Kindern wirkt, Früchte trägt und schon bei den jüngsten Menschen Sinn macht“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Als Dankeschön wurde die gesamte Kindergartengruppe bereits zu einem Besuch ins Tierschutzhaus des Wiener Tierschutzvereins nach Vösendorf eingeladen.

„Alaba“ wird indes nach wie vor im WTV umsorgt und wartet auf seinen baldigen Weg zurück in die Freiheit. Seinem Namenspatron und dem österreichischen Nationalteam hat der „stachelige“ Nachwuchsfußballer jedenfalls Glück gebracht, wie man am fantastischen Resultat des EM-Qualifikationsspiels gegen Schweden sehen kann.
 


Hier der erste NÖN.at-Bericht von Dienstag/Mittwoch:

Igel „Alaba“ aus Fußballnetz befreit

Ein „sportlicher“ Patient ließ sich am Dienstag von den Tierärztinnen des Wiener Tierschutzvereins (WTV) behandeln. Am Ende wurde er für das ÖFB-Fußballnationalteam zum "Glücksbringer"...

x  |  NOEN, WTV


Ein junges Igelmännchen wurde in Schwechat aufgefunden und von einem Tierretter des WTV ins Wiener Tierschutzhaus nach Vösendorf gebracht. Das Tier hatte sich mit dem Hals und einem Vorderbein in einem kaputten Fußballnetz verfangen. Glücklicherweise konnte das Netz entfernt werden und der „stachelige Nachwuchsfußballer“ trug keine bleibenden Schäden davon.

„Alaba“, wie der junge Igel aufgrund seiner Fundumstände und in Anlehnung an das EM-Qualifikationsmatch gegen Schweden an dem Tag getauft wurde, nahm das bereitgestellte Futter nach seiner Behandlung sofort dankend an.

Er wird nun im Wiener Tierschutzhaus betreut und aufgepäppelt und danach wieder in die Freiheit entlassen. „Bleibt zu hoffen, dass „Alaba“ vielleicht auch für unsere Nationalelf als kleiner Glücksbringer fungiert“, meinten die Verantwortlichen des WTV.

Das tat er – und wie, schließlich besiegte die österreichische Nationalelf Schweden mit 4:1, obendrein erzielte Namensgeber David Alaba einen Treffer:

Herbstzeit ist Igelzeit

Der WTV appelliert in dem Zusammenhang, dass im Herbst vermehrt Igel unterwegs sind und man daher besondere Rücksicht nehmen müsse. Sollte ein verletzter Igel gefunden werden, so könne dieser in einem gesicherten Behälter jederzeit ins Wiener Tierschutzhaus zur Behandlung gebracht werden.

Doch Vorsicht: Nicht jeder Igel braucht menschliche Hilfe. Ein offensichtlich unverletztes Tier, das einen gesunden Eindruck macht und um diese Jahreszeit mindestens 600 bis 700 Gramm wiegt, sollte in Ruhe gelassen werden.

Bei Unterkühlung ist es wichtig, die Tiere als Erste Hilfe-Maßnahme vorsichtig zu wärmen (z.B. mit einer Wärmeflasche). Auch Igelfutter, im Notfall auch Katzennahrung, kann angeboten werden.