Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:47

von Andreas Fussi

In 15 Jahren über 13.000 neue Arbeitsplätze. Der Standort Flughafen Schwechat wächst weiter: Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der Beschäftigten von derzeit 20.000 auf 33.000 steigen.

Gemeinsam mit Angestellten-Betriebsrat-Stellvertreter Michael Straßegger und Arbeiter-Betriebsrat Thomas Faulhuber nahm Wolfgang Sobotka mit Günther Ofner an einer Betriebsführung auf dem Gelände des Flughafens teil. Neben der Flughafen-Betriebsfeuerwehr wurde auch die Gepäckssteuerungs-Anlage besichtigt. Sobotkas Fazit: »Der Flughafen ist nicht zu bremsen, er ist ein Turbo!«  |  NOEN, Andreas Fussi

Hoher Besuch stellte sich am Mittwoch am Flughafen ein. Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka thematisierte in seiner Funktion als Obmann des „Alois-Mock-Instituts“ beim Lokalaugenschein die Entwicklung des Flughafens. Gemeinsam mit Finanzvorstand Günther Ofner zeichnete er ein spannendes Zukunftsbild. Die Entwicklung zeige den erfolgreichen Weg vom „Brückenkopf“ zwischen Ost und West hin zu einer Airport City, einem multifunktionalen Standort.

„Mit einem Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro und rund 20.000 Mitarbeitern in mehr als 230 Unternehmen ist der Standort Flughafen Wien eine bedeutende Wirtschaftslokomotive im Osten Österreichs“, lobte Sobotka.

Ofner erläuterte, dass man in den nächsten Jahren intensiv in Infrastruktur investieren wolle, „um den Standort für die Zukunft fit zu halten“. Ofner: „Der Standort Flughafen wird für Betriebsansiedelungen immer interessanter.“ Am Ende des Weges stehe die „Airport City“, „die mit Hotels, Gastronomie und Betrieben ein dynamischer und aufstrebender Wirtschaftsraum am Rande der Metropole Wien wird.“

Per Luftfracht in die ganze Welt

Bis zum Jahr 2030 sollen zu den bestehenden rund 20.000 Arbeitsplätzen weitere 13.000 neue am Standort geschaffen werden, prognostiziert Ofner. Zweimal so viele würden dadurch zusätzlich außerhalb des Standortes, vor allem aber in der Flughafenregion, entstehen.

„Der Ausbau in die Infrastruktur ist deswegen unser oberstes Gebot.“ Welche Bedeutung der Standort für die regionale Wirtschaft habe, unterstreiche laut Ofner auch, „dass 50 Prozent des Produktionswertes der NÖ Industrie von 8 Milliarden Euro per Luftfracht in die ganze Welt versendet werden.“  Der Flughafen Wien sei demnach für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt Niederösterreichs ein wichtiger Player, unterstreicht Wolfgang Sobotka.

Internationaler Konzern wird Zentrale verlegen

Der Flughafen wird in den nächsten Tagen übrigens die Ansiedlung eines internationalen Unternehmens bekannt geben. „Ein global tätiges, sehr renommiertes Unternehmen“ wolle seine Zentrale mit rund 140 Arbeitsplätzen hier aufbauen, sagte Günther Ofner bei der Pressekonferenz mit Wolfgang Sobotka und laut APA auch am Donnerstag bei der Gewinn-Messe in Wien.

Den Namen könne er noch nicht bekannt geben. Neue Großprojekte am Flughafen würden erst 2018, wenn der Investitionszyklus wieder anspringe, in Angriff genommen werden, etwa der Umbau des Terminal 2. Die Entscheidung dazu könnte noch heuer im Aufsichtsrat fallen. Auch die dritte Piste bleibe Thema, wenn auch langfristig. „Die dritte Landebahn braucht man wirklich, wenn die Welt nicht untergeht“, so Ofner, der davon ausgeht, dass das UVP-Verfahren bis 2018 oder 2019 dauert.“

Zitate zum Thema

„Die Erreichbarkeit unseres Flughafens ist für Fluggäste und Betriebe gleichermaßen ein Ass im Ärmel. Innerhalb von drei Stunden können rund 23,4 Millionen Menschen unseren Airport erreichen.
Flughafen-Vorstan Günther Ofner.

„Derzeit kommt der größte Teil der Beschäftigten aus dem Umkreis von 50 Kilometern. Aber auch die Diversität unter den Mitarbeitern ist groß: Derzeit sind 52 Nationalitäten vertreten.“
Zeigt sich Günther Ofner stolz.

„Vernetzung und Interaktion werden sich in der Abwicklung der vielen Millionen Fluggäste intensivieren. Für unser Institut ist das Arbeiten der Zukunft ein Thema, mit dem sich die Gesellschaft schon heute beschäftigen muss.“
Wolfgang Sobotka, Obmann des „Alois-Mock-Instituts“.

„Das ist wohl die einzige Steuer, deren Abschaffung dem Finanzminister unmittelbar höhere Einnahmen bescheren würde, als wenn sie bestehen bleibt. Wir glauben, 3.000 Arbeitsplätze würden entstehen.“
Große Hoffnung setzt Günther Ofner in eine Abschaffung der Ticketsteuer.